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Am Steubenplatz in Darmstadt ist durch Umbau eines Bürogebäudes das Studierendenwohnheim „Studico“ entstanden.
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Am Steubenplatz in Darmstadt ist durch Umbau eines Bürogebäudes das Studierendenwohnheim „Studico“ entstanden.

Darmstadt

Darmstadt: Studierende wohnen in ehemaligem Bürogebäude

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Ein neues Studierendenwohnheim ist in einem altem Bürogebäude in Darmstadt entstanden. Die Stadt lobt Klimaschutz und Mobilitätskonzept des Millionenprojekts.

Um CO2 zu sparen und die Klimaziele zu erreichen, ist die energetische Sanierung von Altbauten besonders wichtig. Die Stadt Darmstadt hat deshalb 2013 das Sanierungsgebiet Mollerstadt ausgewiesen, für das eine besondere Sanierungssatzung gilt. Dazu gehören Beratungen zu Fördermitteln und steuerlichen Begünstigungen für energetische Modernisierung von Gebäuden sowie Zuschüsse für Begrünungen. Auch werden Wärmebildberatungen angeboten und Eigentümerinnen und Eigentümer von besonders geeigneten Gebäuden angeschrieben.

Bisher seien etwa 450 Wohneinheiten in dem Areal westlich der Innenstadt energetisch saniert worden, insgesamt 20 Prozent der Gebiets seien „angefasst“, also zum Beispiel etwa begrünt worden, heißt es aus dem städtischen Planungsamt.

Eines der größeren Projekte ist das neue Studierendenwohnheim Studico mit 92 Ein-Zimmer-Appartements in der Bleichstraße. Das ehemalige Bürogebäude wurde für 12,5 Millionen Euro energetisch saniert und umgebaut. Das Dach wurde begrünt, ein Pelletsheizung sorgt für klimaneutrale Wärme, im Keller befindet sich jetzt eine Tiefgarage mit Rampe und Stellplätzen für 100 Fahrräder sowie Ladestationen für E-Bikes. Außerdem gibt es im Hof drei Stellplätze für Car-Sharing-Angebote und neben der Begrünung der Wände wurde an der Stelle einer früheren Garage eine Felsenbirne gepflanzt und Rasen gesäht.

Sanierungsgebiet Mollerstadt

Die westliche Innenstadt Darmstadts, genannt Mollerstadt, wurde im zweiten Weltkrieges vollständig zerstört und in den 19 50ern auf dem historischen Stadtgrundriss aufgebaut.

In dem 30,4 Hektar großen Quartier leben rund 3200 Menschen. 2013 wurde ein Konzept beschlossen dessen Ziel es ist, die CO2-Emissionen aus dem Quartier heraus zu reduzieren.

Hauseigentümer:innen haben dadurch die Möglichkeit für Beratung, Förderung und steuerliche Begünstigung.
Infos: www.darmstadt.de/mollerstadt- energetische-stadtsanierung

Laut Stadt handelt es sich um ein „Vorzeigeprojekt für die Modernisierung eines Gebäudes aus dem Ende 1950er Jahre und die Umnutzung eines alten Bürogebäudes zu Wohnzwecken“. Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsdezernent Michael Kolmer (Grüne) sagte am Mittwoch, er hoffe, dass sich dieses Vorbild weiter verbreite. Die Einzigartigkeit liege darin, dass der Dreiklang zwischen gebäudetechnischem Energiekonzept, bewohnerorientiertem Mobilitätskonzept und Begrünungskonzept realisiert worden sei – bislang seien jeweils nur ein oder zwei Bausteine einer klimagerechten Umgestaltung umgesetzt worden. Dafür wurde das bereits Ende 2020 fertiggestellte Projekt jetzt von der Stadt ausgezeichnet.

Sämtliche vollmöblierten Appartements in der Größe von 18 bis 55 Quadratmetern, die von Investoren vermarktet werden, sind allerdings bereits belegt, sagte Bauherr Wolfgang Barthel, Geschäftsführer des auf gesundes Bauen spezialisierten Unternehmens Krieger+Schramm.

Man habe vor der Frage gestanden: „Abriss oder stehen lassen“?, sagte Barthel. Die Sanierung habe mehr Arbeit gemacht als ein Neubau. Allerdings habe man so viel „graue Energie“, die in der vorhandenen Gebäudesubstanz steckte, binden können. Mit der Begrünung des Daches und des Hofes habe man 40 Prozent der Fläche entsiegelt.

Dies sei nicht nur für das Mikroklima gut, sondern helfe, größere Mengen von Regen aufzunehmen, sagte Herbert Elfers vom Darmstädter Architektenbüro Planquadrat. Auf eine Photovoltaikanlage habe man zugunsten der Dachbegrünung indes verzichtet.

Vor dem Umbau: Leerstehendes Bürogebäude am Steubenplatz in Darmstadt.
Carsharing, Grünzeug, Rampe zum Fahrradkeller: Der Innenhof des neuen Studierendenwohnheims in Darmstadt.

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