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Darmstadt: Studentenbude verzweifelt gesucht

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Von: Claudia Kabel

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Sehr gefragt: Das Wohnheim am Karlshof in Darmstadt.
Sehr gefragt: Das Wohnheim am Karlshof in Darmstadt. © ROLF OESER

In Darmstadt fehlt bezahlbarer Wohnraum – vor allem für ausländische Studierende. Das Studierendenwerk ruft Privatleute zur Vermietung auf.

In Darmstadt suchen viel mehr Studierende eine Bleibe, als es Zimmer in den Studentenwohnheimen gibt. Aktuell stehen 2300 Personen auf der Bewerberliste. Von ihnen werde nur ein geringer Teil einen Platz bekommen, sagt Detlef Gollasch, Sprecher des Studierendenwerks der Frankfurter Rundschau. Alle 3060 vorhandenen Wohnheimplätze – für im Schnitt 360 Euro Warmmiete – seien aktuell belegt und würden nach der im Hochsommer üblichen Fluktuation rasch wieder vergeben sein.

Dazu komme erschwerend, dass 75 Prozent der Zimmersuchenden international Studierende seien. Diese hätten es nicht nur sowieso schwerer, auf dem privaten Wohnungsmarkt etwas zu finden, sondern sie hätten auch weniger Ausweichmöglichkeiten, wie etwa bei Familienangehörigen unterzukommen. „Bei vielen steht die Sorge im Raum, ob sie ihr Studium in Darmstadt überhaupt beginnen können“, sagt Gollasch. Das Studienkolleg, das ausländische Studierende vorbereitet, beginne schon im September, und viele Anfänger seien minderjährig – ein zusätzliches Problem, da sie nicht geschäftsfähig seien.

Zimmer melden

Privatleute können Wohnraum an das Studierendenwerk unter E-Mail an ctg@stwda.de melden. Dieses gibt das Angebot an die Interessenten weiter.

Infos zur privaten Vermietung gibt es Montag bis Donnerstag 11.30 – 14.30 Uhr unter Telefon 06151 / 16 297 82 oder online unter: www.stwda.de

Die Warmmiete sollte nicht über 350 Euro liegen. cka

Das Studierendenwerk ruft deshalb Privatleute in Darmstadt und Umgebung auf, Zimmer oder Appartements zu melden. Diese könnten dann auf unbürokratische Weise an Studierende vermittelt werden. Ein Aufruf im Juli habe bereits einige Meldungen gebracht. Allerdings seien diese verebbt, während die Bewerberzahl weiter steigen würde. Noch sei unklar, wie viele Personen sich für das Wintersemester einschreiben würden.

Zwar wurden 2021 zwei neue, öffentlich geförderte Studentenwohnheime fertiggestellt. Aber weitere Projekte seien nicht in Sicht, da es an geeigneten kostenfreien oder günstigen Grundstücken fehle, so der Geschäftsführer des Studierendenwerks Wolfgang Rettich. Derzeit biete man „für rund sieben Prozent der Studierenden ein erschwingliches Zuhause“.

Und das Angebot an bezahlbarem Wohnraum für künftige Akademiker könnte sogar noch knapper werden. Denn derzeit ist in der Schwebe, ob der städtische Bauverein die Mietverträge für zwei Häuser, die das Studierendenwerk seit 30 Jahren bewirtschaftet, verlängert. Man sei dazu derzeit noch im Gespräch, so Gollasch. Wegfallen würden dann 299 Wohnheimplätze in der Pallaswiesen- und Neckarstraße. „Das wäre gerade im 25. Jubiläumsjahr der Wissenschaftsstadt ein Rückschritt“, findet Rettich.

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