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ICE-Darmstadt-Visualisierun
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Visualisierung der geplanten Südanbindung für den ICE in Richtung Darmstadt.

Darmstadt

Streit um ICE-Trasse geht weiter

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Der Bundestag muss sich mit der geforderten Tunnelverlängerung für die ICE-Anbindung in Darmstadt befassen. Indes kommt harsche Kritik an den Plänen von Hessenforst.

Die Anbindung an die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim und deren geplante Routenführung bewegt in Darmstadt weiterhin die Gemüter. Nachdem sich vergangene Woche Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) in einem Schreiben an die Deutsche Bahn gewandt hat und eine Verlängerung der Eintunnelung der Südanbindung gefordert hat, hat nun die Bahn reagiert.

„Für eine Tunnelverlängerung bis hinter die A5 ist eine parlamentarische Befassung des Bundestags notwendig“, teilte eine Bahnsprecherin am Mittwoch auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Nach aktueller Planung endet der Tunnel hinter dem Baseballfeld, anschließend soll die Trasse bis kurz vor der A5 in einem Trog verlaufen.

Weiter gehen die Forderungen des Leiters des Darmstädter Forstamts Hartmut Müller, die auf der Seite von Hessenforst veröffentlicht wurden. Nach aktueller Planung würden circa 85 Prozent der Wald durchschneidenden Strecke als offene, preiswertere Bauweise, mit dem weitaus größten Schaden auf den angrenzenden Wald verlaufen, so Müller.

Es sei davon auszugehen, dass nicht nur in der Bauphase ein 80 bis 100 Meter breites Baufeld geräumt werden müsse, sondern auch beim Betrieb der auf 300 Stundenkilometer ausgelegten Direttissima könne man keine Wiederaufforstung mit Hochwald an der Strecke vornehmen. Die Bäume im Westwald seien viel zu instabil, um das Risiko eines Baumsturzes riskieren zu können. „Durch eine Tunnellösung zumindest als Trog mit Deckel könnten wir auch im Nahbereich der Strecke wieder Hochwald aufforsten“, so der Forstamtsleiter. Problematisch sei zudem das Aufreißen der Wälder an der Ostseite der Autobahn. Dies führe dazu, dass der Wald zusätzlich auf einer Wirkungstiefe von mindestens 200 Metern stark destabilisiert werde. Dadurch würde zum Beispiel das noch relativ intakte Waldgebiet der Teufelshölle bei Weiterstadt Wind und Sonne von Südwesten schutzlos ausgesetzt

Neue struktur- und artenreiche Waldränder 

Die Bahn teilte hierzu mit, der Ausbau der Autobahnen A 5 und A 67 werde zwangsläufig zwischen Weiterstadt und Lorsch solche neuen Waldränder schaffen. Eine parallel – in einem Tunnel – verlaufende Neubaustrecke könne dies nicht verhindern. Man plane daher im Bereich der Neubaustrecke im vorhandenen Wald frühzeitig neue struktur- und artenreiche Waldränder zu schaffen, die dann bis zum Baubeginn der Neubaustrecke einen Schutz für die dahinterliegenden Waldbestände entfalten könnten. Diese Arbeiten sollen im Westwald bereits nächstes Jahr beginnen, so die Bahnsprecherin.

Trotz der Verbesserungswünsche aus dem Rathaus erneuerte indes die Westwaldallianz ihre Kritik an der Politik der Grünen. Der „hilflos wirkende Versuch von punktuellen Nachbesserungen ändert nichts an der Tatsache, dass den Anwohnerinnen und Anwohnern eine Bahntrasse entlang der Eschollbrücker Straße direkt vor die Nase gebaut werden soll und diese damit vom Zugang zu den Naherholungsgebieten im nördlichen Westwald vollständig abgeschnitten werden“, schreibt das Bündnis aus lokalen Umweltschutzverbänden und Bürgerinitiativen.

Für die Trassenvariante entlang der Main-Neckar-Bahn und damit einer echten Vollanbindung des Darmstädter Hauptbahnhofes, müsste der Westwald nicht angegriffen werden, meinen die Umweltschützer.

Noch 2018 hatte OB Partsch dem Darmstädter Echo gesagt: „Mit uns wird es keine Streckenführung an der Eschollbrücker Straße geben.“ Auch im aktuellen Parteiprogramm der Grünen heißt es, die Vollanbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs sei „die einzige schlüssige Lösung“. Alle anderen Varianten sicherten die Optionen zur Anbindung der Region nicht in erforderlichem Umfang. Heute feiert OB Partsch die Variante als „Durchbruch“.

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