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Eine Variante ist, die bestehende Wendeschleife an der Lichtenbergschule auszubauen.

Darmstadt

Straßenbahn soll durchs Ludwigshöhviertel fahren

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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In Darmstadt haben die Planungen zur Erschließung des früheren Areals der Cambrai-Fritsch-Kaserne begonnen. Frühestens Mitte 2024 könnte die verlängerte Trambahnlinie fertig sein.

Wenn in drei Jahren die ersten Menschen in ihre Wohnungen im Ludwigshöhviertel auf dem Gelände der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne einziehen, dann werden sie noch nicht mit der Straßenbahn in die Innenstadt fahren können. Denn frühestens Mitte 2024 soll mit der geplanten Verlängerung der Trambahnlinie 3 durch das Neubaugebiet begonnen werden. Das haben Vertreter der Stadt und des Nahverkehrsunternehmens Heag mobilo mitgeteilt. Der Fertigstellungstermin Mitte 2025 wird als „ehrgeiziges Ziel“ von den Projektbeteiligten genannt.

Derzeit endet die Straßenbahnlinie 3 an der Lichtenbergschule. Neben der Akademie für Tonkunst wenden die Bahnen, um in die Innenstadt zurückzufahren. Vorgesehen ist, die Linie 3 durch das bisherige Kasernengelände und über die Cooperstraße zur Heidelberger Straße zu führen. Dort verlaufen die Schienen der Tramlinien 1, 6, 7 und 8 von und nach Eberstadt und Alsbach.

Mit den Planungen zum Bau der neuen Strecke ist im städtischen Mobilitätsamt und bei Heag mobilo im Sommer begonnen worden. Am Mittwoch sollen Institutionen, Verbände und Bürgerinitativen über das Projekt informiert werden. Bis zum Frühjahr 2021 soll das Stadtparlament eine Entscheidung über verschiedene Bauvarianten treffen. Danach wird an der Entwurfs- und Genehmigungsplanung gearbeitet, damit 2022 mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen und im Sommer 2022 der Förderantrag eingereicht werden kann. Bis zum „frühestmöglichen Baubeginn“ Mitte 2024 müssten dann die Ausführungsplanung, die Ausschreibung und die Vergabe für das Infrastrukturprojekt erfolgen.

das Quartier

Das Ludwigshöhviertel entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne südlich des Stadtteils Bessungen. Auf dem 34 Hektar großen Areal soll ein neues Wohnquartier mit rund 1400 Wohnungen für etwa 3000 Menschen entstehen. 2023 sollen die ersten Menschen ihre Wohnungen beziehen. Jeweils eine Straßenbahnhaltestelle soll am Quartiersplatz und im Süden an einer Promenade entstehen. Von Mitte Oktober an informiert die Internetseite www.anbindung-lhv.de über die geplante Erschließung des Quartiers durch die Trambahn.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) äußerte bei der Vorstellung der Planungen, bei dem Vorhaben gehe es „um mehr als die Verlängerung der Straßenbahn bis zur Heidelberger Straße“. Laut Partsch soll durch die bauliche Verknüpfung der fünf Straßenbahnlinien der öffentliche Personennahverkehr in der Stadt „insgesamt qualitativ aufgewertet werden“. Für die Menschen aus Bessungen, Eberstadt und der Innenstadt würden sich neue Verbindungsmöglichkeiten ergeben.

Umstritten ist jedoch der Bau einer neuen Wendeschleife an der Einmündung der Cooperstraße in die Heidelberger Straße, weil etliche Bäume gerodet werden müssten. Alternativ könnte auch die bestehende Wendeschleife an der Ludwighöhstraße ertüchtigt und zweigleisig ausgebaut werden. Aus Sicht von Partsch wäre dies die „ideale Variante“.

Die neue Heag-mobilo-Geschäftsführerin Bettina Clüsserath äußerte, mit einer zweigleisigen Wendeschleife könnten künftig Trambahnen bei Betriebsstörungen die Heidelberger Straße über die Ludwigshöhstraße umfahren. Vorgesehen sind künftig auch Informationsveranstaltungen und die Herausgabe von Flugblättern und weiteren Mitteilungen. Ansprechpartner bei der Heag mobilo ist Bürgerreferent Kevin Zdiara.

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