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Darmstadt: Stolze Lilien-Fans trösten traurige Fußballprofis

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Von: Jens Joachim

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Lilienmarsch: Am Sonntagmittag zogen mehrere hundert Fans des SV Darmstadt 98 vom Marktplatz zum Stadion am Böllenfalltor.
Lilienmarsch: Am Sonntagmittag zogen mehrere hundert Fans des SV Darmstadt 98 vom Marktplatz zum Stadion am Böllenfalltor. © Jens Joachim

Die Darmstädter Lilien bleiben zweitklassig. Aber die Fans hoffen und bangen 90 Minuten lang und sorgen auch mit einem Marsch vom Marktplatz zum Fußballstadion für Stimmung.

Dieses eine Wort und diese drei Großbuchstaben wollten die Fans der Darmstädter Lilien am Sonntagnachmittag im Stadion am Böllenfalltor um kurz nach 17 Uhr eigentlich nicht auf den Bildschirmen ihrer Mobiltelefone lesen: „Tor HSV“.

Gerade hatte der Hamburger Sportverein in Rostock zur 2:1-Führung getroffen. Zehn Minuten später folgte gar der dritte Treffer der Hamburger. Der Anschlusstreffer der Rostocker kurz vor Schluss half den Darmstädtern aber nicht mehr, um Relegationsplatz drei zu verteidigen, auf den die Lilien 75 Minuten lang gestanden hatten, nachdem sie bereits in der ersten Halbzeit drei Tore gegen den SC Paderborn geschossen hatten. Das Ergebnis sollte auch am Ende des Spiels auf der Anzeigetafel stehen.

SV Darmstadt 98: Lilien bleiben in der Zweiten Fußballbundesliga

Für die mehr als 13 700 Zuschauerinnen und Zuschauer war somit schnell klar: Auch in der nächsten Saison wird - dann mit neuer Haupttribüne - wieder Zweitligafußball im „Bölle“ zu sehen sein. „Zweite Liga – Darmstadt ist dabei!“ verhöhnten die Paderborner Fans die Anhänger:innen der Heimmannschaft, als sich die Führung des HSV wie ein Lauffeuer herumgesprochen hatte.

Verboten: Im Stadion am Böllenfalltor entzündeten sowohl Paderborner wie Darmstädter Fans (im Bild) Bengalos.
Verboten: Im Stadion am Böllenfalltor entzündeten sowohl Paderborner wie Darmstädter Fans (im Bild) Bengalos. © dpa

Nach dem Abpfiff mussten stolze Lilien-Fans traurige Fußballprofis mit Gesängen, Liebesbekundungen („Darmstadt we love you“) und lautstarken „S-V-D“-Rufen trösten und wieder aufbauen. „Wir sind die Lilien, wir sind die Heiner. Wir schlagen alle. Und uns schlägt keiner!“ schallte es durchs Stadionrund. „Wir sind stolz auf diese Truppe“ brüllte einer der Anführer der Ultraszene ins Mikrofon. Lilien-Torwart Marcel Schuhen bedankte sich im Namen der Mannschaft bei den Fans für die „unglaubliche Unterstützung von der ersten Minute an“.

Darmstadt: „Lilienmarsch“ vom Marktplatz zum „Bölle“

Bereits am Sonntagvormittag hatten die Darmstädter Fangruppen zum Abschluss der Saison 2021/22 zu einem „Lilienmarsch“ aufgerufen. Um 11 Uhr trafen sich hunderte Lilien-Fans auf dem Darmstädter Marktplatz.

Nicht wenige von ihnen hatten aus ihren Kleiderschränken ihre blauen „Uffsteiger“-T-Shirts aus dem Aufstiegsjahr 2015 hervorgekramt und angezogen. Doch die hoffnungsvolle Unterzeile „Der SVD auf Bundesliga-Fahrt“ wird zumindest in der nächsten Saison keine Neuauflage erleben.

Stimmung auf der Straße: Mit Trommelschlägen hinauf zum Bölle.
Stimmung auf der Straße: Mit Trommelschlägen hinauf zum Bölle. © Jens Joachim

Um 13 Uhr waren die Lilien-Fans – begleitet von Trommelschlägen und einigen pyrotechnischen Einlagen – noch hoffnungsfroh vom Marktplatz über die Hügelstraße und die Nieder-Ramstädter Straße hinauf zum Stadion gepilgert. Doch vier Stunden später sorgten dann die Blicke auf die Bildschirme der Mobiltelefone für eine gewisse Ernüchterung.

Darmstadt-Fans sitzen auf der Südtribüne im Stadion am Böllenfalltor sitzen nach der verpassten Relegation in den Resten ihrer Choreografie.
Darmstadt-Fans sitzen auf der Südtribüne im Stadion am Böllenfalltor sitzen nach der verpassten Relegation in den Resten ihrer Choreografie. © dpa

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