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Darmstadt: Betriebe der Stadtwirtschaft investieren

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Von: Jens Joachim

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Gemeinschaftsprojekt: Tramgleise und Kanal der Frankfurter Straße werden derzeit erneuert.
Gemeinschaftsprojekt: Tramgleise und Kanal der Frankfurter Straße werden derzeit erneuert. © Renate Hoyer

Der Beteiligungsbericht der Stadt Darmstadt für das Geschäftsjahr 2021 weist gestiegene Ausgaben aus. Die Zahl der Beschäftigten steigt, der Frauenanteil in Geschäftsleitungen sinkt.

Von Jahr zu Jahr wird das Zahlenwerk immer umfangreicher: Klaus-Michael Ahrend und Markus Hoschek, die beiden Vorstände der Heag – die Führungsgesellschaft aller Beteiligungen der Stadt Darmstadt –, haben kürzlich die 24. Auflage des städtischen Beteiligungsberichts für das Jahr 2021 vorgelegt.

Nachdem die 23. Auflage bereits 538 Seiten umfasst hatte, sind nun weitere 30 Seiten hinzugekommen. Und dabei wurden die letzten Seiten, auf denen das Mehrwegpfandsystem Heag Faircup erläutert wird, schon abgezogen.

Darmstadt: Stadtwirtschaft in Zahlen - neuer Beteiligungsbericht liegt vor

Die Titelseite des aktuellen Zahlenwerks in Telefonbuchstärke ziert eine Luftbildaufnahme des Bautenensembles auf der Mathildenhöhe mit den glänzenden Goldkuppeln der Russischen Kapelle, dem Hochzeitsturm und dem Ausstellungsgebäude, das im Juli 2021 von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde.

Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie haben sich die kommunalen Unternehmen der Stadt Darmstadt nach Angaben von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und den beiden Heag-Vorständen Ahrend und Hoschek als widerstandsfähig erwiesen.

Darmstadt: Stadtbetriebe investierten 404 Millionen Euro im Jahr 2021

Die Darmstädter Stadtwirtschaftsbetriebe investierten im Geschäftsjahr 2021 laut einer Mitteilung 404 Millionen Euro, um die Angebote der Daseinsvorsorge auszubauen. Im Vorjahr waren es noch 390 Millionen Euro gewesen.

Auch unter schwierigen Vorzeichen sei es den Unternehmen zum einen gelungen, ihre Leistungen im zweiten Jahr der Pandemie „jederzeit zuverlässig zu erbringen“, so OB Partsch. Dass sich die kommunalen Unternehmen auch in Krisenzeiten weiterentwickelt hätten, zeige, wie zukunftsorientiert sie ausgerichtet seien. „Der damit verbundene Geist des Aufbruchs ist angesichts der multiplen Herausforderungen aktuell wichtiger denn je“, äußerte Partsch.

Das Versorgungsunternehmen ist Teil des Darmstädter Stadtwirtschaftskonzerns.
Das Versorgungsunternehmen ist Teil des Darmstädter Stadtwirtschaftskonzerns. © Renate Hoyer

Darmstadt: Betriebe der Stadtwirtschaft investieren in die Infrastruktur

Ahrend und Hoschek zufolge konnten die für das Jahr 2021 geplanten Projekte der Stadtwirtschaftsstrategie 2025 unter Berücksichtigung der pandemischen Lage weiter vorangetrieben und die Stadt als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort gestärkt werden.

Als Beispiele nennen die beiden Heag-Vorstände den weiteren Ausbau der städtischen Infrastruktur sowie die Erweiterung von bürgernahen Angeboten. Dazu zählen Ahrend und Hoschek etwa den Ausbau der „Darmstadt im Herzen“-App um weitere Funktionen, den Ausbau des Produktportfolios des Darmstädter Mehrwegsystems Heag Faircup sowie die Aufnahme weiterer Unternehmen in den Heag-Gründerfonds.

Stadt Darmstadt ist an 118 Unternehmen beteiligt

Der Beteiligungsbericht der Stadt Darmstadt wird von der Heag, der Holding der Stadtwirtschaftsbetriebe, erstellt. Teilkonzerne sind das Versorgungsunternehmen Entega, die Bauverein AG als das städtische Immobilienunternehmen, das Nahverkehrsunternehmen Heag mobilo und das Klinikum Darmstadt.

Der Bericht gliedert die Beteiligungen in acht Geschäftsfelder und gibt Informationen zu jedem einzelnen Unternehmen. Ende 2021 war die Stadt mit mindestens 20 Prozent an 118 Unternehmen (2020: 113) beteiligt. Den größten Zuwachs verzeichnete das Geschäftsfeld Energie. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 8787 auf 9223 an.

Das Klinikum Darmstadt ist zentrale Säule des Geschäftsfelds „Gesundheit und Teilhabe“ der Darmstädter Stadtwirtschaft.
Das Klinikum Darmstadt ist zentrale Säule des Geschäftsfelds „Gesundheit und Teilhabe“ der Darmstädter Stadtwirtschaft. © Peter Jülich

Darmstadt: Frauenanteil in Geschäftsführungen gesunken

Das Geschlechterverhältnis innerhalb der gesamten Belegschaft des Stadtkonzerns hielt sich im zurückliegenden Geschäftsjahr mit 52,2 Prozent männlichen und 47,8 Prozent weiblichen Beschäftigten in etwa die Waage.

Der Frauenanteil nahm geringfügig um 0,3 Prozentpunkte zu. Allerdings stieg der schon recht hohe Männeranteil in den Geschäftsleitungen binnen eines Jahres von 77,9 auf 79,7 Prozent an.

Topverdienerin der Stadtwirtschaft: Marie-Luise Wolff, die Vorstandsvorsitzende der Entega AG.
Topverdienerin der Stadtwirtschaft: Marie-Luise Wolff, die Vorstandsvorsitzende der Entega AG. © Entega AG

Stadtwirtschaft in Darmstadt: Negatives Jahresergebnis steigt an

Das negative Jahresergebnis verschlechterte sich pandemiebedingt wegen der angespannten Situation der Beteiligungen im Geschäftsfeld Gesundheit und Mobilität von minus 5 Millionen Euro (2020) auf minus 24 Millionen Euro. Die Bilanzsumme stieg von 5,01 Milliarden Euro auf 5,47 Milliarden Euro an.

So investierte der Bauverein in die energetische Sanierung seines Wohnungsbestands und die Weiterentwicklung der Neubauquartiere Lincoln-Siedlung und Ludwigshöhviertel. Der Eigenbetrieb Immobilienmanagement baute und sanierte weitere Schulgebäude. Die Entega investierte in den Ausbau des regionalen Glasfasernetzes und Heag mobilo in die Einführung des elektrischen On-demand-Shuttles Heinerliner.

Der Beteiligungsbericht der Stadt Darmstadt ist online unter www.heag.de/stadtwirtschaft/beteiligungsbericht/ abrufbar.

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