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Mediterranes Ambiente im Orangeriegarten: Urlaub machen in Darmstadt wollen einige.
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Mediterranes Ambiente im Orangeriegarten: Urlaub machen in Darmstadt wollen einige.

Darmstadt

Zum Schutz des Wohnungsmarkts: Stadt Darmstadt will gegen private Ferienwohnungen vorgehen

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Die Stadt Darmstadt plant zum Schutz des Wohnungsmarkts eine Ferienwohnungssatzung wie in Frankfurt. Private Ferienwohnungen würden dann genehmigungspflichtig.

Darmstadt – Urlaub in Darmstadt ist anscheinend gefragt. Ob im City-Appartement, der Maisonettewohnung im Woogsviertel oder in der 70-Quadratmeterwohnung auf der Mathildenhöhe: Für die erste Woche der Sommerferien sind etwa die Hälfte der auf der Internetplattform Airbnb angebotenen privaten Ferienwohnungen- und Häuser belegt. Noch 95 Urlaubsdomizile sind frei.

Doch mit dem unkontrollierten Anbieten privater Ferienwohnungen soll bald Schluss sein. Die Stadt Darmstadt plant die Einführung einer Ferienwohnungssatzung – wie es sie in Hessen bislang nur in Frankfurt seit 2018 gibt. Damit will man gegen den akuten Wohnraummangel angehen. Der Magistrat hat die Satzung bereits beschlossen, die Stadtverordnetenversammlung muss noch zustimmen.

Darmstadt: Zweckentfremdung von Ferienwohnungen verschärft Probleme des Wohnungsmarkts

Laut Stadt sind auf gewerblichen Internetplattformen Vermietungen von Wohnraum als Ferienwohnung in den vergangenen Jahren professionalisiert worden, und auch in Darmstadt seien „Entwicklungen erkennbar, wonach Wohnungen ausschließlich zu kurzfristigen Nutzungszeiträumen, zum Beispiel an Touristen, Firmengäste oder Messegäste vermietet werden“. Diese Zweckentfremdung verschärfe die angespannte Situation des Wohnungsmarktes, so Stadträtin Barbara Boczek (Grüne). „Diese Art der Nutzung ist daher wohnungswirtschaftlich unerwünscht.“

Wohnungen

Nach Schätzungen der Stadt gibt es in Darmstadt etwa 200 private Ferienwohnungen. So viele Gesamtunterkünfte (ohne Einzelzimmer) sind auch bei Airbnb gelistet.

80 500 Wohnungen gab es 2020 in Darmstadt. Laut Institut für Wohnen und Umwelt werden 2040 insgesamt 103 000 Wohnungen benötigt. Derzeit fehlen außerdem mehr als 2500 Sozialwohnungen.

Ab Oktober 2021 sollen Eigentümer und Eigentümerinnen ihre Ferienwohnung genehmigen lassen. Doch dafür müssen sie zuerst Ersatzwohnraum schaffen oder eine Ausgleichszahlung leisten. Wie hoch diese ausfallen könnte, ist unklar. Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau teilte die Stadt mit, derzeit „werden die möglichen Berechnungsvarianten seitens der Verwaltung geprüft“. Die Verwaltungskosten wurden bereits mit 300 Euro festgesetzt. Ein Verstoß kann mit 25 000 Euro geahndet werden.

Wohnungsmarkt in Darmstadt: Notwendigkeit von Ferienwohnungs-Satzung ist umstritten

Kritik kommt von Seiten der Wohnungseigentümer:innen: „Der Verwaltungsaufwand verursacht zusätzliche Kosten und leistet keinen entscheidenden Beitrag zur Entlastung angespannter Wohnungsmärkte“, teilte der Geschäftsführer von Haus & Grund Hessen, Younes Frank Ehrhardt, mit. Es sei nicht nachvollziehbar, „dass mit unverbindlichen Schätzungen gearbeitet werde, um Eingriffe in die Eigentumsfreiheit der Eigentümer zu rechtfertigen“. Haus & Grund bestreitet, dass in Darmstadt „eine nennenswerte Anzahl an betroffenen Ferienwohnungen existiert, die den Erlass einer Ferienwohnungssatzung rechtfertigen würde“.

In Frankfurt seien 2019 insgesamt 103 ungenehmigte Angebote ausgemacht worden. Abgeschlossen seien die Verfahren im Fall von 26 Wohneinheiten. Dies verdeutliche, welch geringe Bedeutung der Erlass der Ferienwohnungssatzung habe, so Ehrhardt. Auch der Darmstädter Rechtsanwalt Christian Kramarz moniert, dass man niemanden zur langfristigen Vermietung seiner Wohnung zwingen könne. Wichtig sei, darüber aufzuklären. In Frankfurt habe jemand beispielsweise ein Bußgeld von 6000 Euro zahlen müssen, weil er seine Wohnung für zwölf Tage vermietet habe. (Claudia Kabel)

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