Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In der Postsiedlung nutzen die Bewohner:innen bereits den Strom vom Dach.
+
In der Postsiedlung nutzen die Bewohner:innen bereits den Strom vom Dach.

Darmstadt

Darmstadt: Bauverein bringt Solarstrom in Quartiere

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
    schließen

Der Bauverein, das Wohnungsbauunternehmen der Stadt Darmstadt, will die Energiewende in Kooperation mit der Mieterschaft voranbringen. Am Ende sollen beide Seiten vom Konzept „Mieterstrom“ profitieren.

Die Idee ist nicht neu, aber durch eine Änderung gesetzlicher Regelungen nun für Immobilienunternehmen noch lukrativer geworden: Auch die Bauverein AG, das Wohnungsunternehmen der Stadt Darmstadt, will in den nächsten Jahren verstärkt Mieterstrommodelle nutzen, um vor Ort die Energiewende in Kooperation mit Hausbewohnerinnen und -bewohnern ein Stück weit voranzubringen.

Bauverein in Darmstadt setzt auf Mieterstrom

Nach Angaben von Sybille Wegerich und Armin Niedenthal, den beiden Vorstandsmitgliedern des städtischen Unternehmens, beziehen derzeit 137 Haushalte in Gebäuden des Bauvereins bereits Strom, der entweder direkt auf dem Dach des jeweiligen Hauses oder auf dem eines benachbarten Gebäudes mittels Solaranlagen oder durch Blockheizkraftwerke gewonnen wird.

In den vergangenen Jahren hat der Bauverein Mieterstrommodelle im Rahmen von Bauprojekten an der Blütenallee und der Rodgaustraße im Stadtteil Arheilgen sowie in der Postsiedlung an der Bessunger Straße realisiert. Weitere Vorhaben im Quartier Mathildenhof im Paulusviertel und an der Moltkestraße in der Postsiedlung werden derzeit realisiert.

Auf einem Grundstück an der Blütenallee hatte der Bauverein vor fünf Jahren eine Wohnanlage mit rund 90 Sozialwohnungen gebaut. An der Arheilger Rodgaustraße sind vor vier Jahren 32 öffentlich geförderte Wohnungen in zwei viergeschossigen Gebäuderiegeln entstanden. Eine hohe Energieeffizienz wurde bei den Bauvorhaben durch den Anschluss an eine Nahwärmezentrale mit einem integrierten Blockheizkraftwerk erreicht.

Mieterstrom

Als Mieterstrom wird Strom bezeichnet, der von Solaranlagen auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt und von dort direkt – also ohne eine Durchleitung durch das Stromnetz – an die Endverbraucher in dem jeweiligen Gebäude oder im selben Quartier geliefert und verbraucht wird.

2017 ist nach Angaben der Bundesnetzagentur die Förderung von Mieterstrom gesetzlich geregelt worden. Zudem wurden weitere Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet, um Mieterstrom entsprechend finanziell zu fördern.

Seit Anfang des Jahres darf der Strom auch in dem Quartier verbraucht werden, in dem das jeweilige Wohngebäude mit Solaranlagen steht. jjo

Mieterstrom vom Bauverein günstiger als der Grundversorgertarif

Den kostengünstigeren Mieterstrom, der nach den Worten Niedenthals etwa zehn Prozent unter dem Grundversorgertarif liegt, nutzt etwa die Hälfte der Haushalte in den Neubauten.

In den nächsten Jahren sollen laut Wegerich und Niedenthal weitere 60 bis 70 Dächer mit Solaranlagen ausgestattet werden, um weiteren Mieterinnen und Mietern entsprechende Stromverträge anbieten zu können.

Mieterstrom in Darmstadt: Bauverein und Entega kooperieren

Derzeit kooperiert der Bauverein mit dem kommunalen Energieversorger Entega als Vertriebspartner. Ob diese Kooperation fortgesetzt wird oder ob der Bauverein das Stromgeschäft künftig in Eigenregie betreiben wird, soll bis Sommer entschieden werden, sagte Bauverein-Vorstand Wegerich im Gespräch mit der FR.

Für Wegerich ist der lokale Verkauf des Stroms an die Mieterinnen und Mieter „eine Win-Win-Situation für beide Seiten“. Das Konzept basiere auf einem Zusammenspiel zwischen Vermieter, Mieter und Stromanbieter. Der Vermieter produziere Strom aus erneuerbaren Quellen lokal am Haus und verkaufe ihn direkt oder über einen Stromanbieter an seine Mieterinnen und Mieter. Die Anlagen würden zum einen profitabler, während sich auf der anderen Seite die Stromkosten für die Mieterinnen und Mieter verringerten.

Mieterstrom vom Bauverein in Darmstadt ist Teil der Ökostratgie

Laut Wegerich und Niedenthal ist keine Mieterin und kein Mieter dazu verpflichtet, den vor Ort produzierten Strom abzunehmen. Gleichwohl könne auch auf diese Weise die Bindung an den Bauverein gestärkt und so „die Ökostrategie des Unternehmens mit Leben gefüllt werden“.

Darmstadt: Ein Milliardenprojekt für den Bauverein - Das Immobilienunternehmen der Stadt Darmstadt peilt bis 2035 einen klimaneutralen Gebäudebestand an. Um dies zu erreichen haben Vorstand und Aufsichtsrat ein Strategiepapier beschlossen.

Der Bauverein wappnet sich für die Zukunft - Das Immobilienunternehmen der Stadt Darmstadt, das 2019 Umsatz und Überschuss gesteigert hat, versteht sich zunehmend als „Lebensraummanager“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare