1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Darmstadt ist am sichersten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Darmstadt ist die landesweit sicherste Großstadt. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr auf 100.000 Einwohner 7351 Straftaten gezählt. Eine Häufigkeitszahl unter 10.000 gilt für Großstädte als „Traumwert“. Die Aufklärungsquote beträgt 62 Prozent.

Darmstadt hat es wieder geschafft. Nachdem 2012 Wiesbaden die Nase vorn hatte, ist das südhessische Oberzentrum 2014 wieder die sicherste Großstadt in Hessen. Die Zahlen wurden von Polizeidirektor Thomas Raths vorgestellt vor – und Darmstadt liegt ganz klar vorn.

Dort wurden 2014 auf 100 000 Einwohner 7351 Straftaten gezählt. Dahinter liegen Wiesbaden (8669), Offenbach (10 662), Kassel (10 825) und Frankfurt mit seinem Flughafen (16 938). Eine Häufigkeitszahl unter 10 000 gilt für Großstädte als Traumwert.

Gleichzeitig liegt die Aufklärungsquote zum dritten Mal hintereinander bei mehr als 60 Prozent: 62 Prozent waren es genau – und damit 2,1 Prozentpunkte weniger als beim historischen Hoch von 2013 (64,1 Prozent). Seit 2005 (14 328) ist die Zahl der Straftaten kontinuierlich zurückgegangen, und zwar um fast ein Viertel auf 11 008. „Ein sehr gutes Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden sind“, bilanzierte Polizeidirektor Raths.

Mehrheitlich Eigentumsdelikte

In Zeiten wachsender Ausländerfeindlichkeit war es dem Chef der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg wichtig, den Blick auf die Täterstrukturen zu lenken. So sinkt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger parallel zur Gesamtzahl der Tatverdächtigen. Er liegt im Zehnjahresmittel bei ziemlich genau einem Drittel.

Zwar ist der Ausländeranteil in der Bevölkerung geringer, aber zu diesen Straftaten zählen auch alle Verstöße gegen das Ausländerrecht – Delikte, die Deutsche gar nicht begehen können. Und es gibt auch nichtdeutsche Intensivtäter, die die Statistik nach oben treiben, gab Thomas Raths zu bedenken.

Das Verhältnis der nichtdeutschen Täter ebenso wie das besonders junger Tatverdächtiger unter 21 Jahren bezeichnete Raths insgesamt als „stabil“. Mehr als 60 Prozent Anteil nehmen Eigentumsdelikte ein: Diebstahl, Vermögens- und Fälschungsdelikte. Dazu zählen auch Wohnungseinbrüche, deren Aufklärungsquote im Jahr 2013 einen traurigen Minusrekord von 9,6 Prozent erreichte und 2014 auf unglaubliche 57,4 Prozent schoss.

An diesen Zahlen werden die Grenzen des Aussagewerts der Kriminalstatistik deutlich: In die Fallzahlen mit hinein fließen Delikte vom Ende des Vorjahres – eine Einbruchsserie verdirbt, wenn es blöd läuft, den Jahresschnitt. Und wenn solche Serien erst im Folgejahr geklärt werden, schnellen dann die Zahlen in unrealistische Höhen. Im Durchschnitt liegt die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen in Darmstadt seit dem Jahr 2005 bei 27,5 Prozent – ein Wert deutlich über dem Bundesdurchschnitt. 2013 wurden hier 15,5 Prozent erreicht.

Die südhessischen Ermittler sind daher mit ihren Zahlen zufrieden, insbesondere weil sie es in der Regel nicht mit örtlichen oder drogensüchtigen Tätern zu tun haben, sondern mit einreisenden oder durchreisenden Banden, stellte Thomas Raths fest.

Beim „Diebstahl in/aus Kfz“ haben sich die Zahlen in den vergangenen zehn Jahren um zwei Drittel verringert (2005: 598, 2014: 209). Das liegt mit daran, dass die Autos sicherer geworden seien, stellte Swen Eigenbrodt fest: „Als Otto Normalstraftäter kommen Sie da nicht mehr rein.“ Was die Beute der Diebe angeht, gilt: Was früher das Autoradio war, ist inzwischen das festeingebaute Navi.

Internetkriminalität ist und bleibt ein Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit. Es sei „eine Herausforderung, hier beweiskräftig zu ermitteln“, stellte Kriminaldirektionsleiter Bernd Rehs fest. Erschwerend komme noch hinzu, dass den technisch hochgerüsteten Tätern nichts entgegengesetzt werden könne, so Eigenbrodt: „Das ist in etwa, als müsse man mit einem Käfer einen Ferrari jagen.“ (rwb)

Auch interessant

Kommentare