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Darmstadt: Seebrücke stellt Wegweiser nach Moria auf

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Von: Claudia Kabel

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Aktive der Seebrücke haben in Darmstadt Wegweiser zu Flucht und Abschiebung aufgestellt.
Aktive der Seebrücke haben in Darmstadt Wegweiser zu Flucht und Abschiebung aufgestellt. © Seebrücke Darmstadt

Aktion der Initiative Seebrücke zu Flucht und Abschiebung: Auch die Hochschule Darmstadt und das Regierungspräsidium sind aufgeführt.

Genau 1850 Kilometer sind es von der Darmstädter Innenstadt bis zum Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. 600 Kilometer zum Mittelmeer, der „tödlichsten Grenze der Welt“, und nur 7,5 Kilometer bis zum Abschiebegefängnis in Eberstadt, wo Geflüchtete „isoliert und kriminalisiert“ werden.

Auf diese und andere kritische Punkte der Flüchtlingspolitik machen seit Ostermontag drei Wegweiser in Darmstadt aufmerksam. Die Initiative Seebrücke will mit dem Projekt das Thema Flucht ins Stadtbild bringen. Es solle die Aufmerksamkeit längerfristig auf das Thema lenken, der Problematik dauerhaften Raum geben, sagt Sprecherin Katharina Allebrand der Frankfurter Rundschau. Drei weitere Wegweiser seien in Vorbereitung.

Darmstadt: Wegweiser bisher an drei Standorten

Die Schilder sind auf prominente Standorte verteilt. Bisher beteiligen sich das Gastspielhaus am Riegerplatz, das Café Bellevue im Martinsviertel sowie die Bessunger Knabenschule und bieten Platz für einen Wegweiser. Weitere Standorte sind in Planung. Man schaue auch, ob sich mehr Interessent:innen meldeten, sagt Allebrand. Falls ja, könne das Projekt ausgeweitet werden.

Die Pfeile verweisen mit Kilometeranzahl auf Orte innerhalb Darmstadts sowie auf ausländische Grenzen. „Wir wollen mit den Wegweisern auf symbolträchtige Orte, die Teil der menschenfeindlichen Abschottungspolitik Europas sind, aufmerksam machen“, sagt Allebrand. Neben Krisengebieten wie der polnisch-belarussischen Grenze, weisen Pfeile auch zum Beispiel zum Regierungspräsidium Darmstadt, wo die Abschiebung „organisiert“ werde, wie es im Schildertext heißt.

Darmstadt: Kritik an Hochschule wegen Frontax-Zusammenarbeit

Ein Pfeil weist zur 2,2 Kilometer entfernten Hochschule, die wegen ihrer Zusammenarbeit mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex in der Kritik steht. Die Seebrücke arbeitet nach eigenen Angaben derzeit gemeinsam mit dem AStA und anderen an der Durchsetzung einer Zivilklausel, die eine solche Zusammenarbeit künftig verhindern soll.

Die Seebrücke setzt sich für die zivile Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und die dauerhafte Aufnahme von Geflüchteten ein. Bundesweit gibt es mehr als 180 Lokalgruppen. In Darmstadt sind etwa 15 Leute in unterschiedlichen Projekten aktiv. Sie treffen sich jeden Mittwochabend an wechselnden Orten. Interessierte sind willkommen.

Infos: https://seebruecke.org/mach-mit/deutschland/hessen/darmstadt

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