1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Darmstadt: Russin aus Abschiebehaft entlassen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Joachim

Kommentare

Eine Zelle im einzigen hessischen Abschiebegefängnis in Darmstadt-Eberstadt.
Eine Zelle im einzigen hessischen Abschiebegefängnis in Darmstadt-Eberstadt. © Michael Schick

Nach einer erfolgreichen Haftbeschwerde ihres Rechtsanwalts kommt eine Frau aus Russland, die abgeschoben werden sollte und die sich in einem Hungerstreik befand, wieder frei.

Eine Russin, die seit Anfang Januar in der Abschiebehafteinrichtung in Darmstadt-Eberstadt untergebracht war, ist wieder frei. Die Frau war 2016 mit ihrer Mutter aus Russland vor ihrem gewalttätigen Ex-Ehemann nach Deutschland geflüchtet. Die Frauen lebten dann im mittelhessischen Gladenbach, bis die Tochter in Darmstadt inhaftiert wurde, um abgeschoben zu werden.

Laut einer Mitteilung des Bündnisses „Community for all“, das die sofortige Schließung des einzigen hessischen Abschiebegefängnisses fordert, wurde die Frau am vergangenen Mittwoch nach 37 Tagen und aufgrund einer erfolgreichen Haftbeschwerde entlassen.

Abschiebehaft in Darmstadt: Russin befand sich in einem Hungerstreik

„Über die gesamte Haft“, so heißt es in der Mitteilung, habe sich die Frau im Hungerstreik befunden, so dass sich ihr Gesundheitszustand „massiv verschlechtert“ habe.

Ein medizinisches Gutachten einer Ärztin habe dies nun bestätigt. Damit würden die „haltlosen Aussagen der Polizei entkräftet, laut denen bei der Betroffenen keine gesundheitlichen Beschwerden festzustellen wären“, heißt es in der „Community for all“-Mitteilung.

Polizei in Darmstadt: Zustand der Russin war „zwar geschwächt, aber stabil“

Andrea Löb, die Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen, das für den Betrieb der Einrichtung zuständig ist, wies am Freitag den Vorwurf des Bündnisses auf Anfrage der FR mit Nachdruck zurück. Löb zufolge wurde die Russin auch schon am Dienstag entlassen, als sie abermals in einer Klinik ärztlich untersucht worden sei.

Die Polizeisprecherin bekräftigte, dass die Frau „zunächst aus einer religiösen Motivation heraus“ unregelmäßig Nahrung zu sich genommen habe. Später habe sie dann „einen Hungerstreik proklamiert, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen“. Die ganze Zeit sei sie unter medizinischer Beobachtung gewesen und sei auch regelmäßig von einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin betreut worden. Als die Frau entlassen worden sei, sei sie „zwar geschwächt, aber stabil“ gewesen, sagte Löb.

Auch interessant

Kommentare