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Sabine Jobmann ist Klinikdirektorin der Zentralen Notaufnahme. Klinikum Darmstadt (3)
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Sabine Jobmann ist Klinikdirektorin der Zentralen Notaufnahme. Klinikum Darmstadt (3)

Darmstadt

Darmstadt: Rettungsdienst steht manchmal in der Warteschlange

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Die Klinikdirektorin der Zentralen Notaufnahme berichtet von ihrer Arbeit zu Corononazeiten. Die Angst ist ein ständiger Begleiter.

Mit aktuell sinkenden Infektionszahlen entspannt sich auch langsam die Lage auf den Covid-Stationen in den Krankenhäusern. Das Klinikum Darmstadt, Koordinierendes Krankenhaus für Südhessen, will auf Wunsch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigen, was auf den Stationen wirklich los war.

In mehreren Berichten erhalten die Beschäftigten verschiedener Stationen des Klinikums eine Stimme und erzählen, wie es ihnen ergangen ist. Ihre Schilderungen veröffentlichen wir hier im Wortlaut.

Dr. Sabine Jobmann, Klinikdirektorin der Zentralen Notaufnahme:

„Irgendwie bin ich immer müde. Das letzte Jahr war sehr anstrengend: erste ‚Corona-Welle‘, kurze Sommerpause, dann die zweite Welle, und parallel dazu sind wir mit der Abteilung umgezogen. Die neuen Räumlichkeiten sind sehr schön – die Freude darüber geht in der zweiten Welle unter. Schade! Mein letzter Urlaub war im Juli. Der Urlaub im Herbst wurde verschoben, im Dezember ging es auch nicht. Also wird der Urlaub mit ins neue Jahr genommen. Die fehlenden Erholungstage machen sich so langsam bemerkbar, und das geht vielen Kolleginnen und Kollegen von mir so. Die Frage, wann diese Urlaubstage genommen werden können, ist berechtigt.

Schon vor dem Betreten der Klinik überlege ich mir, ob das Team am heutigen Tag vollständig ist. Ist jemand krank? Wenn ja, ist er ‚normal‘ krank oder besteht Verdacht auf eine Corona-Infektion, oder ist diese sogar nachgewiesen? Wenn ja, wer hatte mit wem wann Kontakt gehabt? Wer muss informiert und abgestrichen werden? Wo muss nochmal was gemeldet werden? Wer muss wie lange in Quarantäne? Wir sorgen uns um die erkrankten Kolleg:innen. Einige hatten leichte Symptome und die machen sich eher Sorgen um die Kolleg:innen auf der Arbeit, die jetzt mehr arbeiten müssen, während man mit leichten Symptomen zu Hause ist. Es gab aber auch welche, die deutliche Krankheitssymptome hatten, und wir waren froh, wenn es ihnen besser ging. Niemand möchte die eigenen Kolleg:innen behandeln müssen! Viele haben Kinder. Auch immer wieder ein Problem. Hat die Kinderbetreuung auf? Sind die Öffnungszeiten verkürzt? Schule ja oder nein? Fällt eine Betreuungsperson aus? Darauf müssen wir immer wieder auch sehr kurzfristig reagieren, und es muss irgendwie gehen.

Und dann ist da noch die Angst: Was ist, wenn ich mich infiziere und dann jemanden, der mir nahesteht, anstecke? Kein schöner Gedanke! Unabhängig von all diesen Dingen geht es in der Notaufnahme jeden Tag weiter. Für die Patient:innen mit Corona-Symptomatik haben wir einen abgeschlossenen Bereich eröffnet. Jetzt haben wir zwei Notaufnahmen nebeneinander. Im Isolationsbereich darf nur in Schutzkleidung gearbeitet werden. Tut man dies über einen längeren Zeitraum, erspart man sich einen Saunabesuch. Und die Ablösung zur Pause fällt erst einmal aus, da ein schwerverletzter Patient angekündigt ist. Das geht vor. Die anderen Notfallpatient:innen kommen trotz Corona weiterhin, und wir möchten alle gut versorgen.

Wenn sehr viel los ist, steht der Rettungsdienst manchmal mit seinen Patient:innen in einer Warteschlange. Es gibt keine Alternative – die umgebenden Krankenhäuser sind auch alle voll. Das ist für alle nervenaufreibend und wir müssen achtgeben, weiterhin gut miteinander umzugehen.“

Darmstadt: Blick in den Klinikalltag auf Covid-Stationen

Der stellvertretende Leiter der Covid-Intensivstation des Klinikums berichtet von seiner Arbeit. „Wir wissen, dass auch bei uns knapp 30 Prozent der Covid-Intensivpatienten:innen versterben“, sagt er.

Zwei Pflegekräfte des Klinikums Darmstadt berichten von ihrer Arbeit auf der Corona-Station. Dort kommen Patient:innen mit den verschiedensten Krankheiten zusammen.

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