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In der Nähe des Luisenplatzes kam es zur Nazi-Attacke.

Darmstadt

Reaktionen auf Video zu Nazi-Attacke

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Ein Mann attackiert in der Darmstädter Innenstadt zwei Jugendliche. Eine Videoaufnahme des Vorfalls sorgt in sozialen Netzwerken für Aufsehen. Es gibt Aufrufe zur Gewalt gegen den Aggressor.

Das Video eines rassistischen Übergriffs, bei dem ein Mann vergangenen Mittwoch in Darmstadt zwei dunkelhäutige Jugendliche als „Nigger“ beschimpft hat, hat in sozialen Netzwerken für zahlreiche kontroverse Reaktionen gesorgt. Vielfach wurde der Aufruf zur Gewalt gegen den Aggressor laut.

Der Darmstädter SPD-Vorsitzende Tim Huß hatte per Mail an die Presse und auf Facebook darauf reagiert und allein mit seinem Post mehr als einhundert Kommentare ausgelöst. „Der Angriff zeigt: Nazis leben mitten unter uns“, schreibt Huß. Die „feige Attacke“ zeuge von der „ganzen Dummheit und Aggressivität, aus der Faschos ihren Menschenhass entwickeln“. Von Rassismus Betroffene würden jeden Tag Diskriminierung erleben, und immer häufiger würden daraus Nazi-Taten werden.

Das Video, das von einem Passanten auf Instagram gepostet wurde, der nach eigenen Angaben auch die Polizei rief, zeigt, wie ein gut gekleideter Weißer zwei dunkelhäutige Jugendliche in der Innenstadt attackiert und beschimpft und sie sich dagegen wehren. Auch „Heil Hitler“-Rufe des laut Polizeibericht 35-Jährigen Darmstädters, der kurz darauf festgenommen wurde, sind mehrmals zu hören. Allein auf Instagram hatte das Video mehr als 630 000 Aufrufe.

„Das ist Deutschland“

In den Kommentaren reagieren die Nutzer vor allem schockiert. Aber auch Kritik am Verhalten der Passanten wird laut: „Dieses Video aus Darmstadt, wo (...) die Leute drumherum nichts machen, aber ‚Hört alle auf‘ schreien anstatt kollektiv den Nazi zu verprügeln, ist (...) unser Trauma“, schreibt eine Frau auf Twitter. Und ein anderer Teilnehmer meint: „Das ist Deutschland. Hauptsache sie haben ihre Ruhe. Scheiß auf Schwarze die sich wehren, Scheiß auf Hitlergruß.“ Wieder andere halten es für richtig, dass die Beobachter keine Gewalt anwendet haben.

Laut Polizei ist der 35-Jährige bislang nicht einschlägig in Erscheinung getreten oder polizeibekannt. Der Staatsschutz ermittelt. Zeugen sollen sich unter Telefon 06151 / 96 90 melden.

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