Berlin: Ein Mann mit Aluhut nimmt an der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen teil.
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In Darmstadt musste die Polizei gleich an mehreren Orten Einschreiten und Masken-Gegner konfrontieren.

Verschwörungstheoretiker in Darmstadt

„Querdenken“-Sympathisanten verweigern Mund-Nase-Bedeckung - Polizei schreitet ein

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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In Darmstadt verstoßen dutzende Demonstranten bei einer „Querdenken“-Versammlung und Corona-Demo gegen die Corona-Auflagen und weigern sich, Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen. Dann schreitet die Polizei ein.

  • Eine Corona-Demo der „Querdenker“ hat in Darmstadt für Aufsehen gesorgt.
  • Dutzende Teilnehmer der Demo verstießen gegen die Regelungen und trugen keine Masken.
  • Sowohl am Hauptbahnhof Darmstadt als auch am Karolinenplatz war die Polizei im Einsatz.

Darmstadt – Die Polizei in Darmstadt hat am Samstagnachmittag (22.08.2020) am Darmstädter Hauptbahnhof eine Versammlung von Unterstützern und Sympathisanten der Bewegung „Querdenken“ nach wiederholten Verstößen gegen behördliche Auflagen aufgelöst. Ein geplanter Trommelzug durch die Stadt fiel aus. Eine Kundgebung auf dem Karolinenplatz, bei der gegen die Corona-Auflagen* protestiert wurde, konnte jedoch stattfinden. Nach Angaben einer Polizeisprecherin nahmen rund 600 Menschen an der Versammlung in der Darmstädter Innenstadt teil.

„Querdenken“-Demo in Darmstadt: Demonstrierende weigerten sich, Masken zu tragen

Als sich die „Querdenken“-Demonstranten am frühen Samstagnachmittag am Hauptbahnhof Darmstadt trafen, weigerten sich nach Angaben der Polizei zahlreiche Teilnehmer, Masken zu tragen, um den Mund und die Nase zu bedecken. Dies stelle einen Verstoß gegen die Auflagen der Versammlungsbehörde dar, teilte die Polizei via Twitter mit. Zugleich drohten die Beamten an, ohne Einhaltung der Hygieneregeln werde der geplante Aufzug nicht stattfinden können. „Querdenken*“-Sympathisanten beklagten sich später über das „restriktive Vorgehen“ der Polizeikräfte.

Nach mehrmaligen Ansprachen wurden nach Auskunft von Polizeisprecherin Katrin Pipping die Identitäten von 80 bis 100 Maskenverweigerern aufgenommen. Die Namen werden nun dem Ordnungsamt der Stadt Darmstadt übermittelt, das die Verstöße gegen die Versammlungsauflagen nun ahnden müsse. Nach Angaben Pippings wurde die Versammlung am Hauptbahnhof aufgelöst und gegen die Masken-Verweigerer Platzverbote ausgesprochen.

Corona-Demo in Darmstadt: Auf Karolinenplatz wurden anfangs mehrmals an Maskenpflicht erinnert

Auch bei der Kundgebung auf dem Karolinenplatz seien später Verstöße gegen die Hygieneregeln festgestellt worden, teilte die Polizeisprecherin mit. „Wir werden dem nachgehen, Personen ohne Mund-Nasen-Schutz kontrollieren und gegebenenfalls Verfahren eröffnen“, hatte die Polizei am Samstagnachmittag getwittert.

Nach den Worten von Polizeisprecherin Pipping hätten etliche Menschen, die auf dem Karolinenplatz keine Masken trugen, ärztliche Atteste vorweisen können. Zu Beginn der „Friedenskundgebung“, die unter dem Motto „Für unsere Grundrechte!“ stand, wiesen die Veranstalter und ein Rechtsanwalt darauf hin, die Abstandsregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Andernfalls sei die Polizei dazu berechtigt, die Versammlung aufzulösen. Doch dazu kam es nicht.

Corona-Demo: Demonstranten in Darmstadt tragen auch Logos von Verschwörungstheoretikern

Die Kundgebung, bei der auch ein Plakat mit der Aufschrift „Was würden die Geschwister Scholl tun?“ zu sehen war, wurde nach Angaben von Polizeisprecherin Pipping gegen 20 Uhr beendet. Teilnehmer der Kundgebung trugen auch T-Shirts mit dem Aufdruck „Stop die moderne Sklaverei“ oder mit dem Logo eines rechten Verschwörungstheoretikers. (Von Jens Joachim) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Chats entlarvten kürzlich Corona-Skeptiker als Initiatoren eines Schmutz-Masken-Päckchens. Teilnehmer einer „Querdenken“-Demonstration* stehen im Verdacht, gebrauchte Masken gesammelt und per Post an Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) geschickt zu haben.

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