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Darmstadt: Polizist ohrfeigt Randalierer

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Von: Jens Joachim

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Im Polizeipräsidium Südhessen mit Sitz in Darmstadt laufen die Ermittlungen gegen den Polizeibeamten, der einen Mann geschlagen hat.
Im Polizeipräsidium Südhessen mit Sitz in Darmstadt laufen die Ermittlungen gegen den Polizeibeamten, der einen Mann geschlagen hat. © Michael Schick

Ein Polizeieinsatz ist in der Notaufnahme einer Klinik eskaliert. Gegen einen Polizeibeamten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet.

In der Notaufnahme einer psychiatrischen Klinik in Darmstadt ist ein Polizeieinsatz eskaliert, der nun für einen der beteiligten Beamten ein Nachspiel haben wird. Gegen den Polizisten wird wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt.

Laut einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Südhessen vom Donnerstag hatte ein offenbar psychisch kranker Mann am Mittwochvormittag in einer Straßenbahn der Linie 8 an der Haltestelle Landskronstraße im Süden der Darmstädter Innenstadt randaliert und den Polizeieinsatz ausgelöst.

Darmstadt: Mann brüllt und beleidigt Fahrgäste in Straßenbahn

Nach Angaben von Polizeisprecherin Andrea Löb ging gegen 10 Uhr ein Notruf ein. Zeugen hätten von einem „Mann in unkontrollierbarem Zustand“ berichtet, der in der Straßenbahn die Fahrgäste angebrüllt, lautstark beleidigt und dabei einen „stark verwirrten Eindruck“ erweckt habe.

Auch als Streifenwagenbesatzungen an der Haltestelle Landskronstraße eingetroffen seien, habe der „tobende 26 Jahre alte Mann“ nicht beruhigt werden können. Aufgrund seiner psychischen Verfassung sei entschieden worden, ihn in die Notaufnahme einer psychiatrischen Klinik in Darmstadt zu bringen. Um den Mann zu bändigen und in die Klinik zu transportieren, seien weitere Streifenwagenbesatzungen sowie die Unterstützung eines Diensthunds erforderlich gewesen.

Darmstadt: Psychisch auffälliger Mann wird in Klinik gebracht

Doch auch in der Notaufnahme, während er schon auf einer Liege fixiert gewesen sei, habe sich der Mann „andauernd aggressiv“ verhalten. So habe er die eingesetzten Polizisten, die Rettungssanitäter und das Klinikpersonal massiv beschimpft, mit vulgären Ausdrücken beleidigt sowie gezielt bespuckt.

Trotz mehrfacher verbaler Aufforderung habe er sein Verhalten nicht geändert. Zu seiner Behandlung seien eine Ärztin, mehrere Rettungssanitäter und Pfleger sowie die zur Unterstützung gerufenen Polizeibeamten erforderlich gewesen, berichtete die Polizeisprecherin.

Darmstadt: Polizist schlägt Randalierer ins Gesicht

Nachdem sich der 26-Jährige weiterhin nicht beruhigte, soll einer der Polizeibeamten ihn geohrfeigt haben. Für dieses Verhalten, sagte Polizeisprecherin Löb, habe sich der Beamte, bei dem es sich nicht um einen Berufsanfänger gehandelt habe, entschuldigt. Zum Alter des Beamten konnte die Sprecherin am Donnerstag auf Nachfrage keine Angaben machen.

Nach dem Einsatz hätten sowohl der ohrfeigende Beamte als auch seine am Einsatz beteiligten Kollegen den Vorfall unabhängig voneinander und unmittelbar ihren Vorgesetzten mitgeteilt.

Polizeipräsidium Darmstadt will Fehlverhalten nicht dulden

Daraufhin sei ein Ermittlungsverfahren gegen den Beamten eingeleitet worden. Noch am Nachmittag seien erste Vernehmungen des Klinikpersonals erfolgt. Der betroffene Beamte habe zudem aus eigener Veranlassung am Donnerstag die Klinik ein weiteres Mal aufgesucht, um sich bei dem 26-Jährigen und dem Klinikpersonal für sein Verhalten zu entschuldigen, sagte Löb.

„Jegliches Fehlverhalten, besonders gegenüber wehrlosen Personen, ist nicht zu dulden und wird konsequent verfolgt“, sagte Polizeivizepräsident Rudi Heimann in Vertretung des im Urlaub weilenden Polizeipräsidenten Björn Gutzeit. Dass alle am Einsatz beteiligten Kolleginnen und Kollegen unmittelbar ihre Vorgesetzten über den Sachverhalt informiert hätten, zeige, „dass innerhalb der Polizei mögliches Fehlverhalten nicht toleriert wird und Fehler selbstständig reflektiert werden“, hob Heimann hervor.

Inwieweit sich auch der 26-Jährige für sein Verhalten strafrechtlich verantworten müsse, werde noch geprüft, teilte Polizeisprecherin Löb zudem mit.

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