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Die Polizei sperrte am Abend des 7. Mai 2020 den Tatort auf der Parkstraße unweit des Kranichsteiner Bahnhofs ab.
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Die Polizei sperrte am Abend des 7. Mai 2020 den Tatort auf der Parkstraße unweit des Kranichsteiner Bahnhofs ab.

Darmstadt

Darmstadt: Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft für Mann, der auf Familie von Schwiegersohn schoss

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Staatsanwalt fordert mehr als elf Jahre Haft für einen Mann, der zwei männliche Mitglieder der Familie seines Schwiegersohns auf offener Straße niedergeschossen hatte.

Fast auf den Tag genau 13 Monate nachdem im Darmstädter Stadtteil Kranichstein zwei Männer durch Schüsse zum Teil lebensbedrohlich verletzt worden waren, geht der Prozess gegen drei Männer und eine Frau vor dem Darmstädter Landgericht dem Ende entgegen. Die Darmstädter Staatsanwaltschaft hat einen inzwischen 57 Jahre alten Mann, seine 38 Jahre alte Tochter sowie seine beiden 28 und 25 Jahre alten Söhne wegen des Verdachts des versuchten Totschlags angeklagt.

Am Mittwoch hielten im großen Saal des Justus-Liebig-Hauses, wo der Prozess coronabedingt stattfindet, der Vertreter der Staatsanwaltschaft, die fünf Verteidiger der vier Angeklagten sowie der Anwalt der Nebenklage ihre Plädoyers.

Prozess in Darmstadt: Staatsanwalt fordert Haftstrafe von elf Jahren

Staatsanwalt Ansgar Martinsohn forderte für den Vater eine Haftstrafe von elf Jahren und zwei Monaten. Der Mann hatte zum Prozessauftakt Ende März in einem von seinem Anwalt vor dem Landgericht Darmstadt verlesenen Text eingeräumt, mit einer Pistole Schüsse auf zwei männliche Mitglieder der Familie seines Schwiegersohns abgegeben zu haben.

Für den älteren der beiden Söhne forderte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten, für den jüngeren Sohn drei Jahre und vier Monate sowie für die Tochter eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

Prozess: Streit zwischen Familien eskaliert in Kranichstein

Am 7. Mai 2020 war auf einer Grünfläche an der Parkstraße in Kranichstein – nur einige hundert Meter vom Kranichsteiner Bahnhof entfernt – ein seit längerem schwelender Streit zwischen zwei miteinander verschiedentlich verwandten Familien eskaliert. Am Tattag sollte eine Aussprache zwischen den Familien stattfinden. Diese gipfelte jedoch in einer gewalttätigen Auseinandersetzung.

Schließlich holte der älteste Angeklagte eine Pistole aus dem Kofferraum eines Autos und gab vier Schüsse auf zwei Männer der anderen Familie ab. Staatsanwalt Martinsohn warf dem Mann vor, „besonders rücksichtslos“ vorgegangen zu sein. Die Szene habe „einer Hinrichtungssituation“ geglichen. Der Anwalt der Nebenklage äußerte, es sei auch zu überlegen, die Angeklagten wegen versuchten Mordes zu verurteilen.

Darmstadt: Anwälte des Schützen plädieren in Prozess für 7 Jahre Haft

Die beiden Anwälte des Schützen plädierten für eine siebenjährige Haftstrafe. Die Anwälte der Frau und des jüngsten Angeklagten forderten Freisprüche für ihre Mandanten. Und der fünfte Anwalt plädierte für eine Freiheitsstrafe von „nicht mehr als drei Jahren“ für den älteren der beiden angeklagten Söhne. Den beiden angeklagten Söhnen und der Tochter wirft die Anklage vor, mit dem Einsatz tödlicher Gewalt einverstanden gewesen zu sein und diese teilweise sogar gefordert zu haben. Überdies sollen sie selbst mit Tritten und Schlägen gegen Mitglieder der anderen Familie vorgegangen sein. Die Verteidiger der Angeklagten wiesen darauf hin, dass während der Hauptverhandlung Zeuginnen und Zeugen widersprüchliche Angaben gemacht hätten.

Der Prozess vor der elften Strafkammer des Darmstädter Landgerichts wird am 30. Juni fortgesetzt. Dann wird den Angeklagten die Gelegenheit gegeben, sich abschließend zu äußern. Zudem will dann der Vorsitzende Richter Volker Wagner voraussichtlich das Urteil verkünden. (Jens Joachim)

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