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Verschiedene Werte zum Verkehrsaufkommen und zu Umweltbelastungen können auf der Datenplattform abgelesen werden.
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Verschiedene Werte zum Verkehrsaufkommen und zu Umweltbelastungen können auf der Datenplattform abgelesen werden.

Darmstadt

Darmstadt: Pendlerströme und Schadstoffbelastung in Echtzeit

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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In Darmstadt ist die bundesweit erste städtische Datenplattform mit Anwendungen zu Verkehr, Umwelt und Müll online gegangen. Ideen von Bürgerinnen und Bürgern sind gefragt.

Die höchste Feinstaubbelastung in Darmstadt ist morgens um 9 Uhr zu messen, der höchste Ozongehalt um 16 Uhr. Am Nachmittag fahren auch die meisten Pendler stadtauswärts, nämlich 6889 Fahrzeuge zwischen 15 und 16 Uhr. Diese und weitere Daten zur Stadt und zu Veranstaltungen kann man jetzt auf Deutschlands erster städtischer Datenplattform in Echtzeit verfolgen. Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) und Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) stellten das Projekt am Montag vor.

Um die Daten zu erheben, ist die Stadt mit einem Netz aus Sensoren überzogen. Gespeichert werden die Informationen in einem Darmstädter Rechenzentrum und in einer Cloud. Die Pendlerbewegungen etwa werden an den zwölf größten Kreuzungen als Ein- und Ausgangsverkehr erfasst und in Relation gesetzt. Als Datenquellen dienen Induktionsschleifen und Kameras an den Kreuzungen. Auch der Inhalt von 51 städtischen Müllcontainern wird durch Sensoren erfasst, die den Füllstand der Container sowie die Zusammensetzung des Abfalls zeigen.

Umsetzung

Die Umsetzung der Datenplattform erfolgte durch ein Bieterkonsortium bestehend aus dem kommunale IT-Dienstleistungsunternehmen ekom21 – KGRZ Hessen, dem [ui!] Urban Software Institute, einem Software- und Beratungsunternehmen für nachhaltige Lösungen im Bereich Smart City sowie dem Darmstädter Rechenzentrum DARZ, das von der Digitalstadt Darmstadt beauftragt wurde.

Die Datenplattform ist Grundlage für die Verarbeitung und Darstellung verschiedenster Informationen, die aus unterschiedlichsten Datenquellen gewonnen werden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Sensoren aus dem Internet der Dinge in Darmstadt. Die jetzt öffentlich verfügbaren Anwendungen rund um Verkehr, Umwelt und Abfall stellen dabei die ersten wichtigen Anwendungen dar. Die Datenplattform soll künftig stetig um neue Informationen ergänzt und erweitert werden. Eine Kooperation mit den örtlichen Hochschulen ist geplant. Zukünftig will man mit einem größeren Kreis von lokalen Gruppen zusammenarbeiten, etwa Firmen und Vereinen. cka

Weitere Informationen unter www.digitalstadt-darmstadt.de/projekte/datenplattform/

„Die Datenplattform ist ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung der Smart City“, sagte OB Partsch. Laut Sinemus soll die Plattform „das Herz der Digitalstadt werden“ und als „echtes Modellprojekt“ Vorbild für andere Kommunen sein. „Die Menge an Daten, die umgesetzten Anwendungsfälle sowie die Mandantenfähigkeit der Plattform sind in dieser Form einmalig.“ Dabei sei es wichtig, die Daten in Beziehung zueinander zu setzen; auch das soll in Darmstadt erprobt werden. Hessen wolle führend in der Digitalisierung werden und fördere das Projekt mit 800 000 Euro.

Um künftige Anwendungen zu entwickeln, wurde über die Plattform eine Bürgerbeteiligung ins Leben gerufen, die bis 15. März läuft. Hier können Vorschläge eingereicht und Ideen bewertet werden. Alles, was technisch realisierbar sei und für sinnvoll erachtet werde, solle umgesetzt werden, kündigte der Geschäftsführer der Digitalstadt-Gesellschaft, José David da Torre Suárez, an. Ein Vorschlag ist bereits eingegangen: die verfügbaren Parkplätze sichtbar zu machen.

OB Partsch erhofft sich mehr Transparenz über Zusammenhänge etwa zwischen Verkehrsaufkommen und Veranstaltungen oder zwischen Covid-19-Infektionszahlen, Impfungen und Impfstoffvorräten. Bereits jetzt sei Darmstadt die einzige Stadt, die die Entwicklung der Pkw-Nutzung seit Beginn der Pandemie aufzeigen könne.

https://datenplattform.darmstadt.de

An der Kreuzung Kennedyplatz ist an einem Verkehrsschild ein Sensor angebracht, der die Schadstoffbelastung in der Luft misst.

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