Eine Schülerin sitzt zu Hause und arbeitet für die Schule.
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Eine Schülerin sitzt zu Hause und arbeitet für die Schule.

Darmstadt

Zulauf bei Erziehungsberatung im Kreis Darmstadt

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Die Corona-Krise stellt viele Familien vor neue Herausforderungen. Ein Mitarbeiter der Erziehungsberatung in Groß-Umstadt empfiehlt: Bei Konflikten frühzeitig melden.

Es ist ein Riesenspagat für Eltern zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung“, sagt Ulrich Völker, Leiter der Erziehungsberatungsstelle in Groß-Umstadt. Es ist eine von drei Beratungsstellen im Kreis Darmstadt-Dieburg. Hier unterstützen Psychologen und Pädagogen die Ratsuchenden in Erziehungs- oder Familienfragen, bei Trennungen oder seelischen Nöten. „Wir machen keine Psychotherapie, aber bei Konflikten geht es oft auch um Lebensthemen der Eltern, die wir besprechen können“, sagt Völker. Man habe nicht immer gleich Antworten parat, aber auch das Zuhören helfe schon viel.

Sämtliche Beratungen wurden wegen der Corona-Pandemie auf Telefon und Online umgestellt. Online beraten wird per E-Mail, Chat und in Foren zu bestimmten Themen.

Kontakt

Infos unter:www.ladadi.de/erziehungsberatung

Beratungsstellensuchefür alle Regionen und online-Beratung: www.bke.de

Kontakt:Groß-Umstadt: 06078/931328; erziehungsberatung-gu@lada di.de, Pfungstadt: 06157/989414; erziehungsberatung-pf@ladadi.de, Ober-Ramstadt: 06154/696170; erziehungs beratung-or@ladadi.den cka

Auch wenn es noch keine konkreten Zahlen gebe, stiegen gefühlt die Anfragen von Eltern, die Schwierigkeiten mit der aktuellen Situation hätten, sagt Völker. Vermehrt riefen Menschen an, die sich finanzielle Sorgen machten und gleichzeitig ihre Kinder beschäftigen müssten. Manchen falle es schwer, eine Tagesstruktur aufzubauen, in der sie auch noch das Homeschooling unterbringen können. Ein großes Thema sei auch Trennung. Familien stünden durch Corona vor neuen Herausforderungen, etwa wegen Besuchsrechten. Auch für Kinder und Jugendliche sei die Lage beunruhigend: Ängste vor einer Erkrankung, fehlende Kontakte zu Verwandten und Freunden oder schlichtweg Langeweile seien hier Themen. Große Sorgen mache man sich in der Beratungsstelle, die dem Jugendamt angegliedert ist, auch um Kinder, die wegen geschlossener Schulen und Kontaktverbot vermehrt häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch ausgesetzt seien.

Im Schnitt 1300 Beratungen jährlich im Kreis

Völker rät, in jedem Fall eine Beratungsstelle zu kontaktieren, wenn man merke, dass der Druck innerhalb der Familie steigt und immer mehr Sorgen oder Konflikte auftreten. Sollte die Beratung nicht das Richtige sein, kann auch an andere Angebote oder Hilfen verwiesen werden. Auch Kinder und Jugendliche könnten die Beratung wahrnehmen. Im Schnitt werden im Kreis Darmstadt-Dieburg 1300 Familien jährlich beraten.

Ein Gespräch, für das man in der Regel einen Termin vereinbart, dauert 30 bis 45 Minuten und ist kostenlos. Auch unterliegen die geschulten Berater der Schweigepflicht. Erziehungsberatungsstellen gibt es in allen Kommunen.

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