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Derzeit wird der Messplatz in Darmstadt vor allem als Parkplatz genutzt. 

Darmstadt

Wohnquartier auf dem Darmstädter Messplatz

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Die Stadt verkauft das vier Hektar große Areal im Norden der Innenstadt an eine Tochterfirma der Bauverein AG, die dort auch Wohnhäuser und eine Kita errichten will.

Die Stadt Darmstadt wird den Messplatz im Norden der Innenstadt an eine Tochtergesellschaft der städtischen Bauverein AG – die BVD daheim GmbH &Co. KG – verkaufen. Der Magistrat hat dem Verkauf nach Auskunft von Stadtsprecher Klaus Honold bereits zugestimmt. Über den Preis machte Honold keine Angaben. Der Verkauf stand am Dienstag auch auf der Tagesordnung der Sitzung des städtischen Haupt- und Finanzausschusses. Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU) hat dem Vernehmen nach im Haushalt für das kommende Jahr bereits eine erste Tranche des Verkaufserlöses in Höhe von rund zehn Millionen Euro eingeplant.

Auf dem knapp 38 970 Quadratmeter großen Areal westlich des Bürgerparks Nord sollen nach den Worten von Stadtsprecher Honold und von Bauvereins-Vorstandsmitglied Sybille Wegerich Wohnungen, Gewerbe und eine Kindertagesstätte errichtet werden. Das Darmstädter Architekturbüro Planquadrat ist laut Wegerich bereits beauftragt worden, für die städtische Wohnungsbaugesellschaft „eine städtebauliche Grobplanung“ zu erstellen. Die Planungen würden rund zwei Jahre dauern, sagte Wegerich der Frankfurter Rundschau.

Etwa ein Fünftel der Fläche kann wegen der geltenden europäischen Richtlinie zur Verhütung schwerer Betriebsunfälle mit gefährlichen Stoffen und zur Begrenzung der Unfallfolgen ( Seveso-II-Richtlinie) nur gewerblich genutzt werden, weil der Messplatz nur einige Hundert Meter vom Gelände des Pharmaunternehmens Merck entfernt liegt. Laut Wegerich ist vorgesehen, am westlichen Rand des Platzes Gewerbeflächen einzuplanen. Dort lagert derzeit eine Baufirma Steine und Baumaterial.

Momentan wird der Messplatz vor allem als Parkplatz und Abstellfläche für Personenwagen, Lastwagen und Busse genutzt. Beschwerden gab es laut Stadtsprecher Honold bereits, weil Brummifahrer wegen der Schwierigkeiten, auf Autobahn-Park- und -Rastplätzen einen Schlafplatz zu finden, von der A5 abfahren und ihre Lastwagen auf dem Messplatz parken, um ihre Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Auf dem Platz können derzeit auch die Schausteller des Weihnachtsmarktes, der am 25. November beginnt, ihre Wohnmobile auf einer umzäunten Fläche abstellen.

Nach Angaben von Anke Jansen von der Darmstädter Stadtmarketinggesellschaft, die inzwischen Veranstalter der zehntägigen Frühjahrs- und der Herbstmesse auf dem Messplatz ist, gibt es mit dem Darmstädter Schaustellerverband bereits Gespräche über die Zukunft des Rummelplatzes. In den vergangenen Jahren hatte das Besucherinteresse für die Fahrgeschäfte, Imbissbuden und den Dippe- und Verkaufsmarkt mit seinen zahlreichen Ständen merklich nachgelassen. Bei einigen Schaustellern – etwa den Betreibern von Imbissbuden und Verkaufsständen – gibt es schon seit längerem den Wunsch, die beiden Jahrmärkte in der Innenstadt zu veranstalten.

Freiflächen zum Aufbau von Fahrgeschäften und Buden sind in der Darmstädter Innenstadt allerdings rar. Neben dem Marktplatz, dem Friedensplatz und dem Karolinenplatz könnten Fahrgeschäfte – wie beim Heinerfest – auch auf dem Mercksplatz südlich der Landgraf-Georg-Straße und auf dem Parkplatz vor dem Jugendstilbad aufgestellt werden.

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