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Die Sanierung und Erweiterung des Berufsschulzentrums Nord ist mit rund 127 Millionen Euro das teuerste Bauvorhaben der Stadt.

Darmstadt

Weitere Millionen für Schulen, Kitas und Mathildenhöhe in Darmstadt

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Die Kosten für städtische Großbauprojekte steigen. Die Stadtentwicklungsgesellschaft bewertet Risiken neu.

Auf den Baustellen der Stadt drehen sich die Baukräne, stapeln sich Stein- und Sandhaufen, und unzählige Bauarbeiter sind damit beschäftigt, Baustoffe in oder an den Gebäuden zu montieren. Allerdings steigen auch die Kosten für verschiedene Bauprojekte. Alleine während der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments wurden Mehrkostenvorlagen von zusammen mehr als 21 Millionen Euro gebilligt. Die Kostensteigerungen betreffen das Berufsschulzentrum Nord, die Sanierung der Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe, die Erweiterung der Kita Friedrich-Fröbel-Haus, den Bau der Interims-Kita sowie der Grundschule mit Turnhalle und Kita in der Lincoln-Siedlung.

Die Kostensteigerung begründet Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) auch damit, dass die Darmstädter Stadtentwicklungsgesellschaft (DSE), die im vorigen Jahr das Projektmanagement für die städtischen Großbauvorhaben vom Eigenbetrieb Immobilienmanagement übernommen hat, die Vergabe- und Ausführungsrisiken der Projekte inzwischen höher bewertet hat.

Das teuerste Bauvorhaben ist derzeit die Sanierung des am Bürgerpark gelegenen Berufsschulzentrums Nord, das um eine neue Mensa und eine Mediathek erweitert wird. Für das Projekt stellt die Stadt nun rund 127 Millionen Euro bereit. Im September 2018 lag die Gesamtprojektsumme noch bei etwas mehr als 115 Millionen Euro.

Nach den derzeitigen Planungen soll der erste Bauabschnitt bis November fertiggestellt werden und im März 2020 in Betrieb genommen werden. Die Inbetriebnahme des dritten Bauabschnitts ist für April 2023 geplant. Bisher hatte es geheißen, das Gesamtprojekt könne im August 2022 in Betrieb genommen werden. Die Koalitionsfraktionen Grüne und CDU, der Kooperationspartner Uffbasse und die Linken stimmten der Vorlage zu. SPD, Uwiga, FDP und AfD enthielten sich.

Die Sanierung der Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe verteuert sich zudem um zweieinhalb Millionen Euro auf nun 24,5 Millionen Euro. Grüne, CDU sowie SPD und FDP stimmten einer entsprechenden Magistratsvorlage zu. Die Fraktionen von Uffbasse und AfD sowie zwei Uwiga-Stadtverordnete stimmten dagegen. Die Linken und ein Uwiga-Stadtverordneter enthielten sich.

Als „Kostentreiber“ bezeichnete OB Partsch „zusätzliche sinnvolle Vorhaben“ wie den Neubau der Terrasse auf der Westseite sowie die Neuberechnung des Vergabe- und Ausführungsrisikos in dem historischen Gebäude.

Die SPD-Stadtverordnete Dagmar Metzger bezeichnete die Kostensteigerungen als „ärgerlich“, sprach von „Schönrechnerei“ und mangelnder Kontrolle. Aber jetzt müsse es heißen, „Augen zu und durch“, sagte Metzger. Der FDP-Fraktionsvorsitzender Sven Beißwenger sprach von einem „identitätsstiftenden Projekt“, Hans Fürst (Grüne) sogar von einem „Prestigeobjekt“, auf das die Bürger stolz sein könnten.

Georg Hang (Uffbasse) kritisierte hingegen die „Salamitaktik“ der Magistrats. Im Herbst 2004 habe man zunächst nur die Raumlufttechnik erneuern wollen. 2011 sei dann für knapp sieben Millionen Euro eine energetische Sanierung geplant gewesen. Die abermalige Mehrkostenvorlage kommentierte Hang mit dem Satz: „Wir sind wohl noch nicht am Ende der Wurst angelangt.“

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