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Biermacher: Stefan Seibold, der Geschäftsführer der Pfungstädter Privatbrauerei, hält weiter Ausschau nach Investoren.

Pfungstadt

Verkauf der Brauerei Pfungstädter geplatzt

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Der potenzielle Investor zieht sich zurück. Bürgermeister Patrick Koch weist Vorwürfe zurück, die Stadt Pfungstadt habe „überzogene Forderungen“ gestellt.

Der Investor, der noch vor drei Monaten vollmundig davon gesprochen hatte, in Pfungstadt „die modernste Brauerei der Welt“ erstehen zu lassen, will diese nun doch nicht mehr errichten. Die Firma Spectrum Invest mit Geschäftsführer Uwe Dieter Krück an der Spitze zieht sich aus dem Verkaufsprozess der Pfungstädter Brauerei zurück. Das hat die in Frankfurt ansässige Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft am Freitag mitgeteilt. Nach dem geplatzten Verkauf der Privatbrauerei ist die Zukunft des Unternehmens, für das mehr als 100 Menschen arbeiten und das seit mehr als 180 Jahren besteht, somit weiterhin ungewiss.

„Trotz intensiver und über weite Strecken konstruktiver Gespräche“ sei es „letztlich nicht gelungen, mit den Eigentümern der Brauerei und der lokalen Politik eine tragfähige Lösung für das Traditionsunternehmen zu finden“, heißt es in der Mitteilung von Spectrum Invest. Nach einem „zunächst guten Auftakt der Verhandlungen“ hätten „nicht akzeptable finanzielle Forderungen“ der Eigentümer der Brauerei sowie „überzogene Absicherungsforderungen der Stadt Pfungstadt“, die über das wirtschaftlich vertretbare Maß deutlich hinausgegangen seien, eine Einigung verhindert, ließ sich Krück in der Mitteilung zitieren.

Bürgermeister Patrick Koch (SPD) wies auf Anfrage der FR den Vorwurf zurück, die Stadt habe überzogene Forderungen gestellt. Er wolle zwar nicht nachkarten, aber die Interessen der Stadt hätten für ihn „an erster Stelle gestanden“, sagte Koch. Der Bürgermeister kündigte zugleich an, während der Stadtverordnetensitzung am 9. März ausführlicher zu dem Thema Stellung nehmen zu wollen. „Der Ball liegt nun wieder bei der Brauerei.“

Pfungstädter Brauerei: Stadt forderte Sicherheiten

Anfang Februar hatte die Stadt Pfungstadt die Verhandlungen über einen Grundstücksverkauf an den potenziellen Investor ausgesetzt. Auf dem städtischen Grundstück des vor sechs Jahren geschlossenen Schwimmbads sollte nach den bisherigen Planungen die neue Braustätte entstehen. Die alte Brauerei sollte abgerissen werden, und auf dem Areal in der Nähe des Pfungstädter Bahnhofs sollte ein neues Wohngebiet entstehen.

In den Verhandlungen mit Krück wollte die Stadt festschreiben, dass das Grundstück wieder an die Kommune zurückfällt, sollte es nicht zum Bau der neuen Brauerei kommen. Die Bereitschaft dazu fehlte nach Angaben der Stadt aber dem Investor, was dieser bestreitet. Die Brauerei hatte Anfang Februar mitgeteilt, sie führe derzeit noch Gespräche mit anderen möglichen Investoren.

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