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Die Turbine der Neuen Kaisermühle bei Eberstadt.  

Literatur

Auf Spurensuche in Darmstadt und Südhessen

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Christof Gassner spürt den Zeichen von verschiedenen Zeitepochen nach und präsentiert diese in einem Bilderbuch, für das er 96 Schwarzweiß-Fotografien ausgewählt hat.

Christof Gassner ist ein Spurensucher: Der 1941 in Zürich geborene Grafik-Designer und Typograf, der von 1986 bis 2006 als Professor für Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Darmstadt und der Kunsthochschule Kassel tätig war, hat in den vergangenen Jahren immer wieder seine Kamera in die Hand genommen, um bei seinen Streifzügen durch Südhessen die unterschiedlichen Zeichen aus verschiedenen Zeitepochen abzulichten. In seinem Bildband „Zeichensprache“, der im Justus Darmstädter Justus von Liebig Verlag erschienen ist, hat er 96 Schwarzweiß-Fotografien in sechs Kapiteln einsortiert.

Gassner hat etwa Spuren der Megalithkultur, der Römer, Germanen, Alemannen, Franken und Staufer in seinem Buch dokumentiert. Aber auch Baumeister, Steinmetze, Zimmerleute, Heiden, Juden und Christen, Land- und Waldarbeiter sowie Chronisten, Buchdrucker, Bischöfe, Mönche, Nonnen, Bauern, Müller, Gastwirte, Künstler und Handwerker haben sich jeweils auf ihre eigene Weise überall in Darmstadt und in der Region zwischen der Bergstraße und dem Odenwald verewigt.

Christof Gassner: Zeichensprache zwischen Bergstraße und Odenwald, Justus von Liebig-Verlag, 132 Seiten, 19,80 Euro.

In dem Buch findet man Zeichen auf Felsen, Mauern, Baumstämmen, an Portalen, Brunnen oder im Fachwerk. In Darmstadt hat Gassner beispielsweise das Eingangsportal des ehemaligen Palais Rosenhöhe, zwei Reliefs im Platanenhain von Bernhard Hoetger und ein Gedenkobjekt für Großherzog Ernst Ludwig auf der Mathildenhöhe fotografiert.

Seit 2004 lebt Gassner in der Neuen Kaisermühle bei Eberstadt. Dort hat er eine Turbine sowie eine historische Schaltwand mit Messinstrumenten abgelichtet, die im Kapitel „Strukturen“ zu finden sind.

Entstanden sei ein Bilderbuch, „das einem das Sehen lehrt“ und in dem Zeichen zu sehen sind, „die uns ansprechen, mit uns sprechen und uns zum Sprechen bringen“, wie der Verlag in einer Ankündigung schreibt.

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