Darmstadt

Schutzzonen vor Beratungsstellen

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Breite Mehrheit in der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung für Dringlichkeitsantrag von sechs Fraktionen.

Vor Einrichtungen und Arztpraxen, die in Darmstadt Schwangerschaftskonfliktberatungen anbieten, soll eine etwa 150 Meter breite Schutzzone eingerichtet werden. Das hat das Stadtparlament mit großer Mehrheit beschlossen. Gegen einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag, der von den Fraktionen Uffbasse, den Grünen, CDU, SPD, FDP und den Linken unterzeichnet war, stimmten nur ein Stadtverordneter der SPD und ein Mitglied der AfD-Fraktion. Ein weiteres Fraktionsmitglied aus den Reihen der AfD enthielt sich der Stimme.

Uffbasse-Fraktionsvorsitzende Kerstin Lau begründete den Dringlichkeitsantrag mit den von Abtreibungsgegnern angekündigten Demonstrationen und Mahnwachen vor den Schwangerschaftskonfliktberatungseinrichtungen. Besonders im Fokus einer Gruppe christlicher Fundamentalisten stünden die Beratungsstellen von Pro Familia, gegen die schon seit einiger Zeit in Frankfurt demonstriert werde. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass auch andere Einrichtungen, betroffen sein könnten. In Darmstadt gibt es nach Laus Worten fünf Einrichtungen, die entsprechende Konfliktberatungen vornehmen.

Lau sagte, es gehe darum, Frauen in Krisensituationen vor Diskriminierung und Gewalt zu schützen, aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in den jeweiligen Institutionen tätig seien. Und es gehe auch darum, „gegen den wiedererstarkten Rechtspopulismus, der Hand in Hand geht mit dem neuen Selbstbewusstsein sogenannter christlicher Fundamentalisten, ein klares Zeichen zu setzen. Das alte, rückwärtsgewandte Bild von Frauen, deren Körper von Männern kontrolliert wird und die keine Selbstbestimmung besitzen, ist nicht das Bild von Frauen, das wir in Darmstadt haben wollen“, sagte Lau.

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