+
Frauen tanzen gut gelaunt zur Musik der Band Kolonia Express.

Bilanz

Schlossgrabenfest bleibt friedlich

Mit dem Verlauf des viertägigen Musikfestivals in Darmstadt ist die Polizei zufrieden. Die Ordnungshüter registrieren einzelne Körperverletzungen und einen Übergriff auf eine Elfjährige.

In der Darmstädter Innenstadt haben sich beim Schlossgrabenfest die Ereignisse vom vorigen Jahr nicht wiederholt. 2018 war es nach dem Ende der Musikdarbietungen in dem an das Festivalgelände angrenzenden Herrngarten zu gewaltsamen Krawallen gekommen. Polizisten waren mit Glasflaschen beworfen, 15 Beamte verletzt worden. Bislang ist allerdings nur ein Randalierer verurteilt worden. Das Amtsgericht Groß-Gerau verurteilte Mitte April einen geständigen und reuigen 19-Jährigen zu zwei Wochen Jugendarrest und einer Geldstrafe von 1500 Euro. Zudem musste der junge Mann die Kosten des Verfahrens tragen und an einem Anti-Aggressionskurs teilnehmen.

Am Montag teilte Polizeisprecherin Kathy Rosenberger mit, man sei mit dem Verlauf des Schossgrabenfestes „überaus zufrieden“. Auf dem Festivalgelände rund um das Residenzschloss, das fast 400 000 Menschen besucht hätten, sei alles friedlich verlaufen. Bei bestem Wetter hätten die Besucher, „bis auf wenige überschaubare Ausnahmen vorbildlich gefeiert“. Auf dem Veranstaltungsgelände sei es „nahezu zu keinen relevanten Vorkommnissen“ gekommen, berichtete Rosenberger.

Am Sonntagabend wurde gegen 22.30 Uhr ein 33-Jähriger festgenommen, der vor einer Bühne vor dem Landesmuseum eine Elfjährige unsittlich berührt haben soll. Zudem soll er weiteren Frauen in die Haare gegriffen haben. Der Beschuldigte aus Kassel verbrachte die Nacht im Polizeigewahrsam. Weil der Mann einen festen Wohnsitz und eine Arbeitsstelle hat und somit keine Haftgründe vorlagen wurde er nach Angaben von Robert Hartmann, dem Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, wieder entlassen.

Vereinzelt kam es zu Körperverletzungen

In den späteren Abendstunden kam es an den vier Festivaltagen – wohl auch begünstigt durch übermäßigen Alkoholkonsum – vereinzelt zu Körperverletzungen, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und aggressiven Pöbeleien. 65 Personen, zumeist aggressive Pöbler, erhielten laut Polizeibericht einen Platzverweis. Zehn Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil sie Platzverweise ignoriert hatten und wiederholt aufgefallen waren. 27 Anzeigen erfolgten wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zudem leiteten die Beamten zwei Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Drogenhandels ein. Drei Anzeigen wurden geschrieben, nachdem Polizisten beleidigt worden waren.

„Das Konzept der verstärkten Präsenz, verbunden mit dem konsequenten und frühzeitigen Einschreiten der Beamten ist aufgegangen und hat sich bewährt“, resümierte Polizeisprecherin Rosenberger. In Relation zur Gesamtbesucherzahl sei das Straftatenaufkommen „als gering zu bezeichnen“. Mehrheitlich seien auch die Videoüberwachung und das Glasverbot im Herrngarten, das jedoch vielfach nicht beachtet wurde, von den Festivalbesuchern „für sinnvoll erachtet und positiv zurückgemeldet worden“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare