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Simulation des geplanten Neubaus der Pfungstädter Brauerei: Die hochmoderne Brauerei soll auf dem städtischen Gelände des Schwimmbades entstehen.

Das attraktivste Angebot unterbreitet

Brauerei Pfungstädter: Verhandlungen mit Investor Uwe Krück gehen weiter

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Angeblich gibt es einen neuen Investor aus Würzburg, der die Brauerei am Standort mitten in Pfungstadt belassen will. Die Grünen kritisieren: Bürgermeister Koch hätte darüber informieren müssen. Die Brauerei verhandelt weiterhin mit Investor Uwe Krück.

Update vom Montag, 27.01.2020, 17.50 Uhr: Vor dem Hintergrund der Kritik wegen eines angeblich neuen Investors für die Pfungstädter Brauerei teilte das Unternehmen am Montag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit, dass die Verhandlungen mit Investor Krück anhalten würden. Er habe das „attraktivste Angebot unterbreitet“.

Die Auswahl der Investoren, deren Angebote in die engere Auswahl gekommen seien, hätte anhand festgelegter Kriterien erfolgt. Im Mittelpunkt habe dabei der Erhalt und die Fortführung der Brauerei sowie die Übernahme der rund 100 Mitarbeiter gestanden. Weitere Kriterien seien die Nachhaltigkeit und die Belastbarkeit des Angebots, der Umfang der Transaktion, der Kaufpreis und eine faire Bewertung gewesen. „Insgesamt waren über zehn potenzielle Investoren an der Brauerei oder dem Brauereigelände interessiert“, so das Unternehmen. Den Übernahme-Angeboten hätten dabei unterschiedliche Geschäftsmodelle zu Grunde gelegen.

Erstmeldung vom Mittwoch, 22.01.2020, 18.44 Uhr: Vor dem Hintergrund des geplanten Verkaufs der Pfungstädter Brauerei sieht sich Bürgermeister Patrick Koch (SPD) als Opfer einer „Attacke auf meine Glaubwürdigkeit“, wie er der Frankfurter Rundschau sagte. Nach Medienberichten soll ein weiterer Investor aus Würzburg ins Spiel gekommen sein, der die Brauerei im Gegensatz zu dem bisher favorisierten Investor Uwe Dieter Krück an Ort und Stelle erhalten wolle.

Dieser mutmaßliche Investor, der anonym bleiben will, hatte per E-Mail Kontakt zu Koch aufgenommen, bevor die Stadtverordnetenversammlung am 16. Dezember mit dem Beschluss eines Eckpunktepapiers den Weg für die Vertragsunterzeichnung mit Krück frei gemacht hatte. Demnach will die Stadt das Schwimmbadgelände an ihn verkaufen. Auf dem bisherigen Brauereigelände soll ein Wohnquartier entstehen.

Die Grünen warfen Koch ein „demokratieschädigendes Verhalten vor“, weil er die Information über einen potenziellen neuen Investor nicht an die Stadtverordneten weitergegeben habe. Er habe der „notwendigen Debatte über den Umzug aufs Schwimmbadgelände so wenig wie möglich Raum geben“ wollen, mutmaßt der Parteivorstand in einer Mitteilung.

Bürgermeister Koch verteidigt sich

Jetzt hat sich der Rathauschef in einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt und erklärt, „man wird wohl kaum erwarten, dass ich als Bürgermeister in einer Stadtverordnetenversammlung über eine E-Mail und ein angebliches Angebot berichte, deren Wahrheitsgehalt und Seriosität ich nicht zu beurteilen vermag“. Die Stadt könne sich nur mit den Investoren beschäftigen, die von offizieller Seite als Verhandlungspartner benannt würden. Es gehöre nicht zu den Aufgaben eines Bürgermeisters, die „E-Mail einer Privatperson zum Anlass zu nehmen, um größtmögliche Verunsicherung oder falsche Erwartungen zu erzeugen“.

Auch zuvor habe die Brauerei geäußert, dass es andere Investoren gegeben habe, so Koch. Mit diesen sei aber keine Einigung zustande gekommen. Die Brauerei äußerte sich auf eine Anfrage der FR zunächst nicht. Von dem mit der Vermittlung beauftragten Mannheimer Unternehmen Imap war am Mittwoch lediglich zu erfahren, dass man zu aktuellen Vorgängen keine Stellungnahme abgebe. Ende November hatte die Brauerei mitgeteilt, die Gesellschafter würden im Januar über den Kaufvertrag entscheiden.

Hallenbad erregt Gemüter

So gern die Pfungstädter ihre Brauerei behalten wollen, so sehr ist doch deren geplante Verlegung auf das Gelände des stillgelegten Hallen- und Freibads ein heikles Thema. Denn wenn dort die neue Brauerei entsteht, ist unklar, wo das seit langem versprochene neue Hallenbad Platz finden könnte. 2014 wurde das bestehende Bad wegen Mängeln im Brandschutz geschlossen. Laut Bürgermeister wären Millionen Euro hohe Investitionen nötig gewesen. „Das Hallenbad ist eine sehr emotionale Geschichte“, sagte Koch. Man müsse den Diskurs verstärken und Fakten schaffen. Bis zum Sommer solle feststehen, „wo und wie wird welches Bad gebaut“. Es gebe drei Varianten, die Mitte Februar besprochen werden sollen.

Diese Varianten reichen laut Koch von einem kleinen Hallenbad bis hin zu der vom Dachverband Schwimmen präferierten Lösung mit acht Bahnen.

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