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Im Gemeinschaftshaus gibt es eine Hausaufgabenbetreuung.

Darmstadt

Neuer Hort für Darmstädter Akazienweg

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Die Stadt Darmstadt will das Viertel, das als sozialer Brennpunkt gilt, noch mehr unterstützen. Die Evonik-Stiftung fördert das Familienzentrum mit 10.000 Euro.

Das Wohnviertel am Darmstädter Akazienweg und Gehaborner Weg am Rand des Stadtteils Waldkolonie gilt bei der Stadt als „Quartier mit besonderem Entwicklungsbedarf“, wie es Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) sagt. Mit der Bezeichnung soll eine Diskriminierung der in dem umgangssprachlich als „Problemquartier“ bezeichneten Viertel lebenden Menschen, die überwiegend ein geringes Bildungsniveau und niedriges Einkommen haben, vermieden werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in dem Viertel Schlachtereien. Inzwischen haben sich rund um das Wohngebiet Betriebe angesiedelt, die Fahrzeugteile und anderen Schrott verwerten.

Der städtebauliche Entwicklungsbedarf wird gleich am Eingang an einer heruntergekommenen Häuserzeile am Gehaborner Weg deutlich. Etliche Gebäude in dem Viertel müssten entweder abgerissen oder umfassend saniert werden. Doch Sanierungen würde die Mieten ansteigen lassen, was sich wiederum Familien mit geringem Einkommen nicht leisten können.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt nach den Worten von Akdeniz „viel in das Quartier investiert“. So wurde ein Kinder- und Jugendzentrum neu gebaut, das nicht nur für Kinder und Jugendliche aus dem Quartier, sondern auch aus der Waldkolonie offen ist. Unter städtischer Trägerschaft arbeiten dort pädagogische Fachkräfte und bieten Freizeit-, aber auch Bildungsangebote an. Das von der Stadt sanierte Gemeinschaftshaus trägt inzwischen den Namen von Siegfried Geppert, der als erster Stadtmissionar in dem Viertel tätig war.

Vor dem Kinder- und Jugendhaus hat die Stadt zudem eine Sport- und Freizeitfläche angelegt. Auch der Kinderspielplatz am Akazienweg wurde neu gestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet. Zudem ließ die Stadt die Kindertagesstätte Siebenstein bauen, die von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird. Die Kita, die auch als Familienzentrum fungiert und vom Land gefördert wird, bietet Platz für bis zu 77 Kinder. Zur Kita gehört auch ein Hort, in dem 30 Schulkinder im Alter von sechs bis elf Jahren betreut werden. Auf Anfrage der FR hat sich nun Akdeniz dafür ausgesprochen, das Gebäude, in dem der Hort untergebracht ist und das der städtischen Bauverein AG gehört, nicht zu sanieren, sondern abzureißen und ein neues Gebäude zu errichten.

Die Stiftung des Evonik-Konzerns, dessen beide Werksgelände in Darmstadt und Weiterstadt nur wenige hundert Meter von der Wohnsiedlung entfernt liegen, hat kürzlich 10 000 Euro als Spende zur Verfügung gestellt, um das Familienzentrum mit der angegliederten Kita und dem Hort zu unterstützen. Das Unternehmen beabsichtigt jedoch nach den Worten von Firmensprecher Sascha Görg, sich längerfristig zu engagieren. Mit dem Geld wurden nun Unterrichts- und Lernmaterialien für die Hausaufgabenhilfe angeschafft.

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