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Hungrig musste keiner bleiben: Die Initiative Foodsharing versorgte die Besucher mit Lebensmitteln.

Darmstadt

4. „Bio-Regio-Faire Sommermesse“ in Darmstadt: Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit

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Vierte Auflage der Bio-Regio-Fairen Sommermesse auf dem Hofgut Oberfeld.

Bananen gibt es zuhauf, auch an Radieschen und Zucchini herrscht kein Mangel. Sie schauen zwar allesamt nicht nur der heißen Witterung wegen schon etwas mitgenommen aus, doch sind sie allesamt noch essbar - und wohlschmeckend, wie ein Besucher mit einem Biss in eine der Bananen feststellt. Wäre es nach rein wirtschaftlichen Überlegungen gegangen, dann wären diese Lebensmittel in der Mülltonne gelandet, denn Kunden hätten in Supermärkten wohl kein Geld mehr dafür ausgegeben. Gut also, dass die Ehrenamtlichen des Darmstädter Vereins Foodsharing sie vor der Mülltonne bewahrt haben. Bei der Messe auf dem Hofgut Oberfeld am Samstag verteilen sie die Lebensmittel an die Besucher und informieren über die tägliche Nahrungsmittelverschwendung.

Zur vierten „Bio-Regio-Fairen Sommermesse“ mit rund 30 Ausstellern wurde auf das Hofgut geladen. Auf einem vom Traktor gezogenen Anhänger konnten sich die Besucher auf Führungen über den landwirtschaftlichen Betrieb begeben oder sich über Produktneuheiten oder lokale Initiativen informieren.

Ein Thema in diesem Jahr war etwa nachhaltiges Bauen: So informierte das Allgäuer Unternehmen Baufritz über Bauten, die sich in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit auszeichnen. „Wir haben schon einige Objekte in der Region realisiert, in Seeheim, Roßdorf oder in Darmstadt-Wixhausen“, sagt Tobias Spindler von Baufritz. Nachfrage sei „definitiv vorhanden“, sagt er. „Die reicht von klein und schnuckelig bis groß und luxuriös.“ Immer wieder erläutert er den Besuchern am Samstag die Vorteile von atmungsaktiven Wänden, von Elektrosmogabschirmung oder von Bauten, deren Architektur sich der Landschaft anpassen.

Auch Bürgerinitiativen präsentierten sich auf der Messe

Dass auch die Baumaterialien „bio“ sein können, zeigt sich am Stand des Darmstädter Unternehmens Bau-Natura. Hier werden Jute oder Hanf als Dämmstoffe präsentiert, aber auch andere Naturmaterialien für Wand- und Fußbodengestaltung.

Dass man Darmstadt auch schmecken kann, beweist Moritz Jelich, der Honig aus dem Bürgerpark vorstellt. „Dort stehen viele Linden in der nähe, der Honig hat daher einen kräftigen Geschmack“, sagt er.

Während die Bürgerinitiative zum Schutz des Westwaldes Unterschriften sammelt, stellt der BUND Darmstadt seine Pläne für die Orangerie vor: Auf zusammen fast 6000 Quadratmetern Fläche, wo heute noch Gewächshäuser stehen, sollen ein Schulgärten und die „Gärten der Vielfalt samt Holzpassivhaus für Workshops entstehen. „Momentan ist die alte Gärtnerei nicht öffentlich zugänglich, aber unsere Gärten sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, sagt Brigitte Martin vom Kreisverband Darmstadt des BUND.

Einerseits soll in den Gärten über die biologische Artenvielfalt informiert werden, andererseits sollen Schüler und interessierte Bürger auch selbst gärtnerisch tätig werden können. So sind etwa Workshops denkbar, in denen Schritt für Schritt das Anlegen eines Gartenteichs geübt wird. „Momentan wird noch das Schadstoffgutachten für das Gelände erstellt“, sagt Martin. Sie hofft, dass die Bauarbeiten im Oktober beginnen können. Im kommenden Jahr möchte der BUND die Eröffnung feiern - und auf der nächsten Bio-Regio-Fairen Sommermesse mit seinem neuen Programm in den Orangerie-Gärten vertreten sein.

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