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Die Wiese vor dem Ernst-Ludwig-Haus war am Samstag ein beliebter Treffpunkt zum Feiern.

Darmstadt

Darmstadt: Musik an der Baustelle

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„Willkommen auf der Mathildenhöhe“ wird in Darmstadt zum zweiten Mal in kleinem Rahmen gefeiert.

Gerüste sind am Ausstellungsgebäude zu sehen, der Putz ist weg und zum Vorschein kommen Backsteine. Dass die Mathildenhöhe eine Baustelle ist, ist nicht zu übersehen. Auch der Platanenhain benötigt Pflege, der verdichtete Boden und die Besuchermassen haben den Bäumen zugesetzt. Schon im vergangenen Jahr mussten deshalb die beliebten Jugendstiltage entfallen - als Ersatz wurde das Fest „Willkommen auf der Mathildenhöhe“ organisiert, an diesem Samstag erlebte es seine zweite Auflage.

„Mit dem Fest im kleinem Rahmen wollen wir zeigen, dass die Mathildenhöhe noch da ist“, sagt Anja Herdel von Darmstadt-Marketing. Gerade mit Blick auf das Vorhaben der Stadt, die Mathildenhöhe zum Unesco-Weltkulturerbe erklären zu lassen, sei dies wichtig. Schließlich schreiben die Welterbestatuten vor, dass die Bevölkerung den Welterbe-Gedanken unterstützen muss. Ein nicht zugängliches Areal wäre da sicher nicht hilfreich.

Zum Welterbetag am Sonntag, 2. Juni, werden von 13 bis 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde kostenfreie Führungen über die Mathildenhöhe angeboten. Treffpunkt ist am Museum.

Also wurde am Samstag im Alexandraweg in Höhe des Ernst-Ludwig-Hauses gefeiert: Ein paar Stände wurden aufgebaut, es gab Musikerauftritte und kostenfreie Führungen über das Jugendstil-Ensemble. „Da diese Seite der Mathildenhöhe für Veranstaltungen nicht gedacht ist, war es doch aufwendiger, das Fest zu organisieren“, sagt Herdel. Da etwa Stromanschlüsse fehlen, mussten Leitungen vom Museum her verlegt werden.

Jeweils bis zu 30 Besucher nutzen die Möglichkeit der Führungen, Gästeführer wie Gerhard Geib erläuterten kurz die Entstehungsgeschichte des Jugendstil-Ensembles und führten unter anderem zum provisorischen Besucherzentrum. Dort war besonders das Modell des später zu errichtenden Besucherzentrums gefragt.

Trotz der umfangreichen Sanierungen bietet auch der Verein Freunde der Mathildenhöhe, der sich auf dem Fest präsentierte, weiter Führungen an. „Die sind nach wie vor sehr gefragt“, sagt Vorsitzender Hans Gerhard Knöll, die Baustelle mindere das Interesse der Besucher an den Jugendstilgebäuden nicht.

FZahlreiche Besucher ließen sich über die Mathildenhöhe führen.

Der Verein unterstützt die Sanierung und den Erhalt der Ensembles, als nächstes großes Projekt stehe die Instandsetzung des 1904 erbauten Bacchusbrunnens am Platanenhain an. „Das Mosaik am Brunnen ist bedroht, da die Rückwand nicht dicht ist“, sagt Knöll. Weit über 50 000 Euro werde das kosten. „Aber ich bin sicher, dass wir das Geld beschaffen, wenn es so weit ist .“ Ein wenig Entwarnung gebe es auch in Sachen Platanen: Hatte ein erstes Gutachten die Fällung von fast der Hälfte der Bäume empfohlen, liege nun ein weiteres vor. „Laut dem könnten deutlich mehr Bäume erhalten werden“, sagt Knöll.

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