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An eine Frau, die nach einem Unfall auf dem Darmstädter Cityring im Februar ums Leben kam, erinnert ein weißes „Ghostbike“.

Unfallstatistik

Mehr Tote bei Unfällen in Südhessen

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Das Polizeipräsidium Südhessen veröffentlicht eine Statistik für 2018. Bei 58 Zusammenstößen starben 60 Menschen, darunter viele Motorradfahrer.

In Südhessen sind im vorigen Jahr deutlich mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als 2017. Bei 58 Unfälle starben 60 Menschen. Das waren 30 Prozent mehr als 2017, als 46 Getötete bei 44 Unfällen registriert worden waren. Das geht aus der Unfallstatistik für das Jahr 2018 hervor, die das Polizeipräsidium Südhessen am Donnerstag veröffentlicht hat.

Nach Angaben des zuständigen Abteilungsdirektors Dirk Engelhard verringerte sich im vorigen Jahr die Gesamtzahl der von der Polizei registrierten Unfälle um 3,6 Prozent auf 24 267 Unfälle. 2017 waren noch 25 178 Unfälle erfasst worden. Erstmals seit 2014 sei die Zahl wieder rückläufig, so Engelhard. Der Rückgang sei ausschließlich auf Unfälle mit Sachschäden zurückzuführen.

Die Zahl der Schwerverletzten ist zwar um weniger als ein Prozent gestiegen, stellt mit 683 aber noch den zweitniedrigsten Wert seit Einführung der elektronischen Unfallerfassung im Jahr 2006 dar. Nach Angaben der Polizei ist die Entwicklung der Unfälle auf inner- und außerörtlichen Straßen „nicht einheitlich“. Bei einer genaueren Betrachtung der Unfälle mit Toten habe man weder im Hinblick auf eine mögliche örtliche Konzentration, noch hinsichtlich des jeweiligen Unfallhergangs Auffälligkeiten feststellen können.

19 der 60 Verkehrstoten gab es bei Unfällen, die sich außerorts auf Bundesstraßen ereigneten. Dies entspricht eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. 15 Tote gab es bei Unfällen auf Landesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Hier gab es sogar eine Vervierfachung.

Polizei startet in Südhessen eine Aufklärungskampagne

Besonders besorgt ist Polizeipräsident Bernhard Lammel über den deutlichen Anstieg der Unfälle, an denen motorisierte Zweiradfahrer beteiligt waren. Wegen des durchweg schönen Wetters seien 2018 viele Motorradfahrer unterwegs gewesen. Die Zahl der Unfälle mit Mofa- oder Motorradfahrer stieg von 744 um zwölf Prozent auf 835 Unfälle an. Hierbei kamen 24 Kradfahrer ums Leben. Das entspricht im Vergleich zu den neun Unfällen im Jahr 2017 einem Anstieg um rund 167 Prozent.

Das Polizeipräsidium Südhessen startet daher heute in der Zulassungsstelle im Landratsamtes in Erbach im Odenwald eine Aufklärungskampagne. Mit Informationsbroschüren soll an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer appelliert und sie daran erinnert werden, dass sie auf ihre Geschwindigkeit und andere Verkehrsteilnehmer achten sollten, sagte Polizeisprecher Bernd Hochstädter. Weitere Infoveranstaltungen soll es jeweils von 11 Uhr an am 1. April im Landratsamt in Darmstadt-Kranichstein und am 9. April in der Zulassungsstelle in Darmstadt, Rüdesheimer Straße 119, geben.

Entgegen der Gesamtentwicklung bei den Unfällen ist die Anzahl der Unfälle mit autofahrenden Senioren, die 75 Jahre und älter sind, um mehr als vier Prozent angestiegen. Die Zunahme der dabei Verunglückten von 240 auf 294 sei mit 22,5 Prozent „überproportional hoch“, so die Polizei. Zudem gab es im vorigen Jahr 332 Unfälle, bei denen Kinder im Alter zwischen 0 und 13 Jahren beteiligt waren. Hier ist ein Anstieg um 14 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der verunglückten Kinder stieg um 36,7 Prozent auf 63 Kinder an. Sie waren vor allem als Fußgänger oder mit dem Fahrrad unterwegs.

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