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„Von Massen und Räumen“ lautet der Titel der Skulpturenausstellung im Garten des Designhauses, die am Samstag eröffnet wird.

Jubiläum

Ein Kunstfestival zum Jubiläum

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Die Künstlervereinigung Darmstädter Sezession besteht seit 1919.

Sie hatten radikale Vorstellungen und wollten andere Ideen von Kunst und Gemeinschaft etablieren: Am 8. Juni 1919 schlossen sich der literarische Freundeskreis um die spätexpressionistischen Publikationen „Die Dachstube“ und „Das Tribunal. Hessische Radikale Blätter“ mit bildenden Künstlern zusammen und riefen die „Darmstädter Sezession“ ins Leben. Gegründet wurde die Künstlervereinigung vom Schriftsteller Kasimir Edschmid und dem Maler Carl Gunschmann. Zu den 21 Gründungsmitgliedern zählte auch der Schriftsteller Carlo Mierendorff, der Maler Max Beckmann und der Bildhauer Bernhard Hoetger, der Schöpfer des Platanenhains auf der Mathildenhöhe. „Die radikalen Künstler Darmstadts haben sich zu einer Sezession zusammengeschlossen, haben die längst erforderliche Reinigung von bourgoiser Verschmutzung vollzogen“, hieß es bei der Gründung der Vereinigung vor hundert Jahren.

Von Radikalität und anti-bürgerlichen Tendenzen ist heute kaum noch etwas übriggeblieben. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Die Künstlervereinigung nutzt bereitwillig Sponsorengelder von reichen Familien, Unternehmen, bürgerlichen Stiftungen und Verbänden, um aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Darmstädter Sezession ein hunderttägiges Kunstfestival in Darmstadt und Berlin zu veranstalten, das am kommenden Samstag beginnt.

In Anlehnung an das Signet der Vereinigung, einen Bogenschützen, lautet das Motto des Festivals, „Den Bogen spannen“. Bis zum 15. September 2019 wird es allein in Darmstadt an mehr als 20 Orten in der Stadt etwa hundert Veranstaltungen geben. Nach Angaben von Inez Gengelbach, Vorstand des Fördervereins der Darmstädter Sezession, begeht die Künstlervereinigung ihr Centennial „nicht einfach als Retrospektive, sondern befeuert es mit einem Festival der Gegenwart und mit Blick auf die Zukunft“. Gezeigt werden soll das breite Spektrum des schöpferischen Ausdrucks von mehr als 150 Kunstschaffenden im gesamten Stadtgebiet. Geplant sind Kunstpräsentationen (auch in zehn Schaufenstern von Geschäften in der Innenstadt) sowie Vorträge, Lesungen, Konzerte, Symposien und Führungen.

Eröffnet wird das Festival mit einem Geburtstagsfest am Samstag, 8. Juni, um 18 Uhr im Designhaus Darmstadt, Eugen-Bracht-Weg 6. Dort werden auch die Gemälde-Ausstellung „Fakt I – Großes Format“ mit zeitgenössischen Arbeiten sowie im Freigelände des Designhauses die Skulpturenschau „Von Massen und Räumen“ zu sehen sein.

www.denbogenspannen.de

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