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Zwei fehlen: In der Heilig Geist-Kirche in Darmstadt-Arheilgen huldigt nur ein König vor dem Stall dem Neugeborenen.  

Darmstadt

Könige aus zwei Kirchen in Darmstadt entwendet

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Unter dem Motto „Zwei fehlen“ haben Aktivisten Figuren aus Weihnachtskrippen in Darmstadt entfernt. Mit der Aktion will man auf die Notlage in Flüchtlingslagern aufmerksam machen.

Unterstützer eines bundesweit agierenden „Künstler*innenkollektivs“ haben am Samstagvormittag auch aus zwei Weihnachtskrippen in Darmstadt die Figuren von vier Königen entwendet. Unter dem Motto „Zwei fehlen“ wurden die Holzfiguren aus den Krippen der beiden katholischen Pfarrgemeinden Heilig Geist im Darmstädter Stadtteil Arheilgen und Heilig Kreuz in der Heimstättensiedlung entfernt. Die Figuren sollen aber heute wieder in die Kirchen zurückgebracht werden.

Bei den Aktivisten handelt es sich nach Angaben von Sprecherin Rosa Frahm um einen losen Zusammenschluss von Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzen. Mit der Aktion wolle man auf eine „gravierende humanitäre Notlage in den Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen und innerhalb Europas“ sowie auf die „menschenunwürdige Unterbringung“ in den deutschen „Ankerzentren“ aufmerksam machen. All diese Lager müssten sofort geschlossen werden. Die dort untergebrachten Menschen müssten in Deutschland und anderen EU-Staaten aufgenommen werden.

Unter anderem seien auch in Berlin, Bielefeld, Köln und im westfälischen Münster jeweils zwei der Heiligen Drei Könige heimlich entfernt worden, berichtete Thorsten Meinholdt, einer der Sprecher der Aktion „Ausgegrenzt – Dreikönige vor den Toren Europas“, der FR. Eine geplante Aktion in Frankfurt wurde abgesagt. In den beiden Darmstädter Kirchen hinterließen die Aktivisten Briefe, um auf die Hintergründe der Aktion aufmerksam zu machen.

Der katholische Dekanatsreferent Bernd Lülsdorf äußerte sich sehr verständnisvoll über die Aktion, zu mal sie niemandem schade. Zwar hätten entsprechende Mitteilungen der Aktivisten zunächst „Besorgnis und Irritationen ausgelöst“. Doch auch Papst Franziskus habe bereits in der Vergangenheit immer wieder die katastrophalen Zustände in den Flüchtlingslagern angeprangert, sagte Lülsdorf.

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