Darmstadt

Hilfe für Obdachlose in Darmstadt

Rund 200 Plätze stehen in neun Unterkünften zur Verfügung. Die Stadt Darmstadt kann in den Wintermonaten allen Hilfesuchenden ein Dach über dem Kopf anbieten.

Sie liegen auf Treppenabsätzen, unter Arkaden oder auf Bänken an den Bushaltestellen. Die Decken stapeln sich und es riecht nach Urin: Rund um den Darmstädter Hauptbahnhof hat sich zum wiederholten Mal eine Gruppe niedergelassen, um dort zu übernachten. Die Menschen stammen nach Erkenntnissen der Stadt aus Rumänien. Tagsüber sind sie in der Fußgängerzone in der Innenstadt unterwegs, um zu betteln.

Viel kann die Stadt dagegen nicht unternehmen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts und der Polizei kontrollieren die Bettler zwar regelmäßig und erteilen ihnen auch Platzverweise. Sofern dies möglich ist, wird auch Bußgeld verlangt. Doch helfen lassen wollen sich die Menschen kaum. Nach Angaben von Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) nehmen einige Frauen zwar das Angebot der Stadt an, sich in der Teestube an der Alicenstraße zu duschen. Doch weitere Unterstützungsangebote lehnten sie ab.

Akdeniz zufolge kann die Stadt allen hilfesuchenden obdachlosen Menschen eine Unterkunft anbieten. Derzeit sind es rund 200 Menschen, die in Obdachlosenunterkünften untergebracht sind. Besonders in den Wintermonaten, sagt Akdeniz, sei es wichtig, dass niemand auf der Straße übernachten müsse. Neben den regulären Plätzen würden mit Unterstützung aller Träger der Wohnungslosenhilfe bereits seit vielen Jahren auch Notplätze in den Einrichtungen bereitgehalten.

Die Stadträtin hält es darüber hinaus auch für wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, um sie bei der Wohnungssuche zu unterstützen und sie zu beraten. Ablehnend äußert sich Akdeniz zu der Idee eines Kölner Vereins, auch in Darmstadt auf öffentlichen Flächen einfache Holzhütten - sogenannte „Little Homes“ – aufzustellen. Sie setze vielmehr auf das professionelle Hilfsnetzwerk für Obdachlose, dem das Diakonische Werk, der Verein Horizont, die Neue Wohnraumhilfe und das Büro für Sozial- und Wohnberatung angehören.

Das Diakonische Werk betreibt beispielsweise die Teestube, Alicenstraße 29, als Anlaufstelle für Durchreisende. Die Einrichtung fungiert zugleich als ambulante Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot. Angegliedert ist ein Tagesaufenthaltsbereich. Zudem gibt es dort eine medizinische Ambulanz und Streetworker als Ansprechpartner. Alle vier Träger unterhalten neun Obdachlosenunterkünfte in Darmstadt.

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