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Bei folgenden Personen wird mit Blick auf ihre Vergangenheit in Darmstadt eine Notwendigkeit zum Handeln gesehen.

Hans von der Au: Der evangelische Theologe war Mitglied verschiedener NS-Organisationen sowie Mitarbeiter des SS-Ahnenerbes mit engen Kontakten zum „Persönlichen Stab des Reichsführers-SS“. Zitat von ihm aus der Zeitschrift Volk und Scholle, 1938: „Eine Besinnung auf die Ausmerzung des jüdischen Anteils auf sämtlichen Gebieten unseres … Geisteslebens und der Kunst ist daher unaufgebbare, immer neu gestellte Pflicht jedes Deutschen.“

Gustav Brandis: Als Vorstandsvorsitzender und „Betriebsführer“ des „NS-Musterbetriebs“ Heag sowie als Leiter des Bezirks „Groß-Hessen“ in der Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung wirkte er aktiv an der Verbreitung der NS-Ideologie mit. Er installierte ein Überwachungssystem und übte Druck auf die Belegschaft aus, in NS-Organisationen einzutreten.

Walter Georgii: Nutzte die Nähe zu NS-Organisationen, um seine Karriere zu befördern. Er war unter anderem Professor für Flugmeteorologie an der TH Darmstadt und Leiter des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug. Als Geschäftsführer der „Forschungsführung des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe“ und Wehrwirtschaftsführer trug er maßgeblich zur Verlängerung des Krieges bei.

Peter Grund: Der gebürtige Pfungstädter war unter anderem als Direktor der Kunstakademie Düsseldorf, Leiter der Landesstelle Düsseldorf der Reichskammer der bildenden Künste und Referent der NSDAP für Städtebau in führender Stellung und als aktiver Vertreter im NS-Staat tätig. Nach dem Krieg wurde er Stadtbaumeister in Darmstadt und baute das Stadion am Böllenfalltor um.

Christian Heinrich Kleukens: War in mehreren NS-Organisationen nicht nur aktiv tätig, sondern machte dort auch Karriere und trat aktiv für die NS-Ideologie ein. Als Buchkünstler und Schriftsteller brachte er Reden von NS-Größen in Form und publizierte sie, plante auch eine Monumentalausgabe von „Mein Kampf“, die aber nicht erschien.

Richard Kuhn: Als Professor für Chemie in Heidelberg, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts (KWI) für medizinische Forschung und Präsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft leistete er maßgebliche Forschungen zur Entwicklung von Massenvernichtungsmitteln und richtete am KWI eine Kampfstoffabteilung ein, in der an Nervengasen geforscht wurde.

Alarich Weiss: War Mitglied der HJ und meldete sich 1942 freiwillig zur Waffen-SS; er gehörte der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ an, deren Einheiten nachweislich an Kriegsverbrechen beteiligt waren, unter anderem im Raum Charkow.

Zusammengestellt von Claudia Kabel aus Bewertungen des Fachbeirats

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