Verkehr

Grundsatzprogramm für mehr Radverkehr

Darmstadt will Zahl der Radler fast verdoppeln.

Die Darmstädter Stadtverordneten haben am Dienstagabend mit den Stimmen von Grünen, der CDU, der Fraktion Uffbasse und der Linken eine „Radstrategie“ als Grundsatzprogramm zur künftigen Förderung des Radverkehrs beschlossen. Die Strategie ist das Ergebnis von mehrmonatigen Verhandlungen zwischen dem Magistrat, der Stadtverwaltung und der Initiative „Radentscheid Darmstadt“. Das Stadtparlament hatte zwar ein Bürgerbegehren der Radentscheid-Initiative abgelehnt, aber beschlossen, in den nächsten vier Jahren jährlich jeweils vier Millionen Euro in die Radinfrastruktur zu investieren und vier Stellen in der Stadtverwaltung zu schaffen, um die Planung des Baus von mehr Radwegen voranzutreiben.

Die elf Seiten umfassende „Radstrategie Darmstadt“ sieht für die kommenden Jahre vor, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern. Bei der letzten Erhebung 2013 lag diese Quote noch bei 17 Prozent. Die Stadt will den Radverkehr also fast verdoppeln. Das „Ziel ist eine fahrradfreundliche Stadt mit einer einladenden und sicheren Infrastruktur für alle Menschen, die Rad fahren wollen“, heißt es in dem Papier.

Die Radstrategie sieht beispielsweise vor, Radwege entlang von Hauptverkehrsstraßen vom Autoverkehr und von Gehwegen zu trennen. Begleitend will die Stadt eine Kampagne starten, die zur gegenseitigen Rücksichtnahme aufruft. Außerdem sollen bei allen Planungen die bundesweite technische Richtlinie „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ eingeführt werden.

Die Stadtverwaltung will alle drei Monate über bereits realisierte Projekte berichten. Der erste Bericht für Anfang diesen Jahres verweist auf die Fertigstellung von Radwegen in der Heidelberger Straße und der mittleren Rheinstraße. Zudem wurden an mehreren Orten Poller aufgestellt.

„Neuer Mut“ erkennbar

David Grünewald von der Initiative Radentscheid äußerte in einer Mitteilung, wenngleich es „an einigen Punkten noch Nachbesserungsbedarf“ gebe, sei das Papier „ein riesiger Schritt nach vorne“. Die Initiative erkenne „den neuen Mut der Stadt und guten Willen, spürbare Verbesserungen für den Radverkehr tatsächlich umzusetzen“, durchaus an.

Der geschützte Radfahrstreifen auf der Rheinstraße sei „der sichtbarste Beitrag“ der neuen Strategie, so Grünewald. Befürwortet werden von den Radfahrlobbyisten auch die rot markierten Aufstellflächen an Kreuzungen oder die Möglichkeit für Radler, entgegen Einbahnstraßen zu radeln.

Nach dem Beschluss sind laut Grünewald allerdings die Verhandlungen mit der Stadt „bei weitem noch nicht abgeschlossen“. „Uns fehlen beispielsweise Zusagen zur Sicherung von Radwegen gegen parkende Fahrzeuge und Mindestkriterien zur Sicherung von Baustellen. Auch bei diesen Punkten werden wir nicht locker lassen und weiterhin für bessere Bedingungen arbeiten“, teilte Grünewald mit.

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