Darmstadt

Gewerbe statt Wohnen in nördlichen Darmstädter Stadtteilen

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Die Mehrheit der Darmstädter Stadtverordneten stimmt für vorbereitende Untersuchungen in den potenziellen Baugebieten Arheilgen-West und Wixhausen-Ost.

Im Streit über potenzielle Baugebiete im Darmstädter Norden hat sich die schwarz-grüne Koalition zunächst durchgesetzt. Mit den Stimmen von Grünen, CDU, Uffbasse und der oppositionellen SPD-Fraktion hat die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich beschlossen, vorbereitende Untersuchungen für die weitere städtebauliche Entwicklung im Westen des Stadtteils Arheilgen und im Osten des Stadtteils Wixhausen einzuleiten. Hierzu sollen 100 000 Euro im Haushalt 2020 zur Verfügung gestellt werden. Ferner wurden – auch mit den Stimmen der Fraktion Uwiga – zwei Satzungen für die beiden Baugebiete beschlossen, damit der Stadt für die jeweiligen Flächen ein Vorkaufsrecht zusteht.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) begründete die Magistratsvorlage damit, dass die Stadt perspektivisch weitere Flächen für Gewerbeansiedlungen vorhalten müsse, um in Zukunft bei entsprechenden Anfragen handlungsfähig zu sein. Partsch wies darauf hin, dass derzeit etwa im Verlegerviertel im Westen der Innenstadt auf den ehemaligen Standorten von Druckereien Wohnhäuser entstünden. Weitere städtische Flächen würden beispielsweise für den geplanten Neubau einer Feuerwache benötigt. Es gehe darum, für den Zeitraum in fünf bis sieben Jahren auf Flächen von 230 Hektar „eine Entwicklungsperspektive zu schaffen“, sagte Partsch.

Den Vorschlag des Linken-Stadtverordneten Uli Franke, bei der Ausweisung von Gewerbeflächen „zurückhaltend“ zu sein und nur noch Arbeitsplätze von Darmstädter Unternehmen zu erhalten, lehnte der auch für die Wirtschaftsförderung zuständige OB vehement ab. Man wolle die Freizügigkeit nicht beschränken. Jeder, der in Darmstadt wohnen, arbeiten und feiern wolle, sei willkommen. Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Sven Beißwenger vertrat die Auffassung, die Stadt könne „nicht grenzenlos weiter wachsen“.

Der SPD-Vorsitzende Tim Huß bezeichnete den Vorschlag aus den eigenen Reihen, in Wixhausen-Ost und Arheilgen-West auch Wohnraum zu schaffen, als Denkanstoß. Wohnen und Arbeiten sollten auch deshalb zusammengeführt werden, um Mobilitätsbedarf zu reduzieren. Huß sprach sich dafür aus, „in neuen Kategorien zu denken“.

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