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Praxiserfahrung sammeln die Auszubildenden auf den Stationen in den Krankenhäusern.

Darmstadt

Neue Pflegeausbildung startet am Klinikum Darmstadt - Stadtverordnete gegen Corona-Prämie

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Das Klinikum Darmstadt bildet von Herbst an 50 Pflegefachkräfte aus. Das Stadtparlament hat unterdessen eine einmalige Sonderzulage für städtische Bedienstete abgelehnt, um besondere Leistungen in der Corona-Krise zu würdigen.

Abendlichen Applaus von Bürgern hat es vor einigen Wochen auch in der Nähe von Darmstädter Kliniken für das medizinische Personal und Pflegekräfte gegeben. Die dankbaren Solidaritätsbekundungen haben auch Sabine Brase, die Pflegedirektorin des städtischen Klinikums, Susanne Karner, die Leiterin der Pflegeausbildung am Darmstädter Klinikum, und Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin Timea Hundert sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen.

DER AUSBILDUNGSBERUF

Pflegefachfrauen und -männer unterstützen Patienten und Angehörige bei der Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Gesundheit.

Mit dem Gesetz zur  Reform der Pflegeberufe, das seit dem 1. Januar gilt, wurde die Pflegeausbildung für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege generalistischer strukturiert.

Das Bildungszentrum für Gesundheit in Darmstadt bietet in Kooperation mit dem Alice-Hospital, der Alice-Schwesternschaft, der Kinderklinik Prinzessin Margaret, dem Klinikum, der Kreisklinik Groß-Gerau und dem Agaplesion-Elisabethenstift in diesem Jahr 100 Ausbildungsplätze an. Ausbildungsbeginn ist am 1. Oktober.

Allein das Klinikum Darmstadt hat ein Kontingent von 50 Ausbildungsplätzen.

www.bzg-mathildenhoehe.de
www.karriere.klinikum-darmstadt.de

Die Pflegekräfte warben am Donnerstagvormittag im Verwaltungsgebäude des Darmstädter Klinikums mit Verve für ihren Beruf, der sich in den nächsten Jahre weiter wandeln wird. Angesichts von gesetzlichen Änderungen wird die Pflegeausbildung von diesem Jahr an generalistischer ausgerichtet. Zudem müssen laut Brase, die seit eineinhalb Jahren Pflegedirektorin am Darmstädter Klinikum ist, und Ausbildungsleiterin Karner auch technologische Fortschritte in der Ausbildung immer wieder berücksichtigt werden.

Von Oktober an werden am Klinikum auch keine Gesundheits- und Krankenpfleger mehr ausgebildet, sondern Pflegefachfrauen und -männer. Dies ist die Folge des neuen Pflegeberufegesetzes, das das bis Ende 2019 geltende Altenpflege- und Krankenpflegegesetz abgelöst hat. So werden drei Pflegeberufe mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Kranken-, der Kinder- und der Altenpflege nun zu einem einheitlichen Pflegeberuf zusammengeführt. Die generalistische Ausbildung wird drei Jahre dauern und soll die Pflege von Menschen aller Altersgruppen vermitteln und auf den Einsatz in allen Arbeitsfeldern – also in der Akutpflege, der stationären Langzeitpflege, der ambulanten Pflege und der Kinderkrankenpflege – vorbereiten.

Pflegeschülerin Hundert, die sich derzeit im dritten Ausbildungsjahr befindet, berichtete, sie habe sich nach einem Schülerpraktikum und dem Abitur an der Darmstädter Lichtenbergschule ganz bewusst für die Pflegeausbildung im städtischen Klinikum entschieden. Sie sei „mit viel Herzblut dabei“ und könne sich in den nächsten Jahren auch weiterqualifizieren.

Die Pflegekräfte werden laut Pflegedirektorin am Klinikum nach Tarif entlohnt und erhalten zusätzliche Versorgungsleistungen. Im ersten Jahr nach der Ausbildung erhielten Pflegefachkräfte 2800 Euro brutto.

Am frühen Donnerstagabend beschäftigten sich auch die Darmstädter Stadtverordneten mit der Arbeit von Pflegekräften. Ein SPD-Antrag, einen „Anerkennungsfonds“ in Höhe von zwei Millionen Euro aufzulegen, um besondere Leistungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt und von Stadtbetrieben in der Corona-Krise zu würdigen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Nur die SPD und die Linksfraktion stimmten dafür. Der SPD-Stadtverordnete Tim Huß äußerte, den Pflegekräften und dem medizinischen Personal sollte nicht nur applaudiert werden, sondern es sei „Zeit für Taten“.

Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU) und der CDU-Fraktionsvorsitzende Roland Desch kritisierten den Antrag als „populistisch“. Yücel Akdeniz, Fraktionschef der Grünen, und Kerstin Lau, Vorsitzende der Fraktion Uffbasse, sprachen von einem „Schnellschuss“ der SPD und einem „Einmaleffekt“, der schnell verpuffen würde. „Anerkennung und Würdigung sehen so nicht aus“, kritisierte Akdeniz.

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