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Viele Menschen sollen zurzeit wegen einer möglichen Ansteckung nicht aus dem Haus gehen.  

Darmstadt

Corona in Darmstadt und Südhessen: Freiwillige Helfer kaufen ein

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  • Andreas Hartmann
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  • Petra Zeichner
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  • Diana Unkart

Mehrere Initiativen organisieren in und um Darmstadt sowie in anderen Kommunen in Südhessen ehrenamtlich Einkaufs- und Bringdienste für Senioren, chronisch Kranke und Menschen in Quarantäne.

  • Infos zu Hilfsnetzwerken in Darmstadt, Weiterstadt, Mörfelden-Walldorf, Rüsselsheim  und  Riedstadt
  • Lilien vom SV Darmstadt 98 richten Koordinierungsstelle ein
  • Jugendorganisationen von Parteien bieten Einkaufs- und Bringdienste an

Update vom Sonntag, 22.03.2020, 19.30 Uhr: Um Hilfesuchende und Helfende in der Corona-Krise zusammenzubringen, hat auch die Stadt Rüsselsheim eine telefonische Anlaufstelle eingerichtet.

Bürgerinnen und Bürger, die Unterstützung in der Alltagsbewältigung benötigen, sowie diejenigen, die bereit sind, sich zu engagieren, können sich bei der Beratungsstelle für ältere und behinderte Menschen melden.

Die Hotline ist während der derzeitigen städtischen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag zusätzlich von 15 bis 18 Uhr) besetzt.

Kontakt: Rüsselsheimer Hilfenetzwerk, Telefon 0 61 42 / 83 22 88, E-Mail an hilfenetzwerk@ruesselsheim.de

In Riedstadt organisieren sich Freiwillige und bringen älteren Menschen und Immungeschwächten Lebensmittel sowie Medikamente nach Hause. Das Helfernetzwerk Riedstadt ist eine Initiative von Bürgern, den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Riedstadts sowie der Stadt.

Kontakt: Riedstädter Netzwerk, evangelische Gemeindepädagogin Regine Lehmann, Telefon 0 15 17 / 3 06 62 35, E-Mail an regine.lehmann@ekhn.de.

Corona in Darmstadt: Lilien richten Koordinierungsstelle ein

Update vom Freitag, 19.03.2020, 18.00 Uhr:

Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 hat mit Unterstützung der Stadt Darmstadt eine zentrale Anlaufstelle für Hilfswillige und Hilfesuchende eingerichtet. Das haben der Verein und die Stadt am Freitag mitgeteilt.

Auf einer Koordinierungsplattform vermittelt der SV 98 unter dem Motto „Wir sind #soliDArisch“  Hilfeleistungen unter der Telefonnummer 0 61 51 / 2 75 23 03 (die Hotline ist zwischen 10 und 14 Uhr besetzt), auf der Internetseite www.soli-da-risch.de  oder per E-Mail an die Adresse solidarisch@sv98.de.

Der Sportverein und die Stadt teilten mit, sie wollten unter #soliDArisch als Anlaufstelle für Hilfsangebote und Hilfesuchende fungieren „und ausdrücklich die bereits vorhandenen, zum größten Teil privaten Initiativen mit einbeziehen“. Ziel der Aktion sei es, „die ganze Bandbreite an Unterstützungsmöglichkeiten abzudecken“.

Der Koordinierungsdienst wird auch von der Fan- und Förderabteilung des SV 98, der aktiven Fanszene und existierenden privaten Initiativen unterstützt.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) äußerte, Solidarität sei „das Gebot der Stunde“. Er freue sich über die gemeinsame Initiative, die einmal mehr zeige, wie groß das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt sei.

Altenhilfe und Nachbarschaftsverein als Ansprechpartner

Update vom Mittwoch, 18.03.2020, 19.31 Uhr: Die Fachstelle Altenhilfe und das Integrationsbüro der Stadt Mörfelden-Walldorf organisieren gemeinsam eine Hilfevermittlung, die möglichst unkompliziert sein soll. Es wird zwei Listen geben: eine mit Menschen die aufgrund einer persönlichen Gefährdung oder Erkrankung Hilfe brauchen (zum Beispiel beim Einkaufen oder anderen wichtigen Erledigungen) und eine Liste mit Menschen, die ebendiese Hilfe anbieten können. Das teilte die Stadt mit.

Wer Hilfe braucht, kann sich bei der Stadt melden, diese will dann Nachfrage und Angebot zusammenbringen. Deshalb sollten sich auch diejenigen melden, die Hilfe anbieten können. Und zwar am besten mit kurzen Angaben dazu, was an Hilfe erbracht werden könnte.

In Darmstadt bietet auch der Verein „Zusammen in der Postsiedlung“ bietet Hilfe an. Alle Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranke im Quartier in und um die Postsiedlung, die vorerst nicht mehr Einkaufen gehen könnten, würden vom Verein unterstützt. Vier Menschen nähmen diese Hilfe bereits an, heißt es in einer Mitteilung des Vereins von gestern. Neun ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus dem Verein hätten sich bislang bereit erklärt, das Angebot zu unterstützen. Einmal wöchentlich erledigen die Freiwilligen den Wocheneinkauf für die betroffenen Menschen in Supermärkten.

Neben dem Einkaufsservice will der Verein auch für seelische Belange Ansprechpartner sein. Eine „aktuell nicht auszuschließende längere Selbstisolation in der eigenen Wohnung“ könne auch psychosoziale Folgen haben. Unterstützung soll es bei einer eigens dafür geschalteten telefonischen Hotline geben. Dort könnten die Anrufer nicht nur ihre Einkaufswünsche äußern, sondern sich auch aussprechen.

Mörfelden-Walldorf: Dort können sich Hilfesuchende wie potenzielle Helfer zum einen per Mail melden: altenhilfe@moerfelden-walldorf.de sowie unter integrationsbuero@ moerfelden-walldorf.de. Telefonkontakt: 0 61 05 / 93 89 33 und 938430.

Darmstadt: Die Telefonhotline für Einkaufswünsche und Gespräche gibt es unter 0 61 51 / 8 05 59 23. Im Internet gibt es Infos unter www.postsiedlung.de.

Corona in Darmstadt: Parteijugend bietet Einkaufs- und Bringdienst an

Erstmeldung vom Dienstag, 17.03.2020, 16.34 Uhr: In der Region um Darmstadt gibt es inzwischen eine Reihe von Initiativen, die Hilfe für ältere oder chronisch kranke Menschen organisieren. Sowohl Älteren als auch chronisch Kranken wird empfohlen, nur für dringende und unaufschiebbare Anliegen ihr Zuhause zu verlassen.

Die SPD Darmstadt und die Jusos Darmstadt haben einen Einkaufsservice für Corona-Risikogruppen und Menschen in Quarantäne aufgebaut. Ehrenamtliche übernehmen Gänge zum Supermarkt oder zur Apotheke und bringen die Waren an die Haustür.

Die SPD-Geschäftsstelle diene als Leitstelle, die von haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern besetzt werde, berichteten die Darmstädter Sozialdemokraten in einer Mitteilung. An den Einkaufsservice könne sich jeder wenden; es wird aber darum gebeten, den Service nur im echten Bedarfsfall in Anspruch zu nehmen und das soziale Engagement nicht auszunutzen.

Mehrere Dutzend Einkäuferinnen und Einkäufer stehen bereits zur Verfügung, auch weitere Freiwillige können sich melden. Die Einkäufe werden vor die geschlossene Wohnungstür abgestellt, Name, Adresse und Einkaufsliste sind nur für die Leitstelle und für den einzelnen Einkäufer einsehbar. Die interne Kommunikation der Freiwilligen läuft über ein verschlüsseltes Chatprogramm.

Corona in Darmstadt: Risikogruppen solidarisch schützen

„Es ist unser aller Verantwortung, Risikogruppen solidarisch zu schützen und unser Gesundheitssystem unter schwierigsten Umständen zu entlasten. Außerdem kaufen wir uns Zeit für die Entwicklung eines Impfstoffs“, sagen der Darmstädter SPD-Vorsitzende Tim Huß und der Juso-Vorsitzende Rodan Zeybek.

Wer den Einkaufsservice in Anspruch nehmen will, kann sich Montag bis Freitag zwischen 8:00 und 16:00 Uhr unter der Telefonnummer 0 61 51 / 42 72 16 melden oder eine E-Mail an einkaufen@spd-darmstadt.de schicken. Als Kosten fallen für die Hilfesuchenden die normalen Einkaufskosten an, die Lieferung findet kostenfrei statt.

Der Kreisverband der Jungen Union (JU) Darmstadt engagiert sich mit Unterstützung der CDU Darmstadt für die Einkaufshelden-Aktion, die vom Bundesverband der JU ins Leben gerufen wurde. Wer auch als Einkaufsheld etwas Gutes tun möchte, kann sich auf www.die-einkaufshelden.de registrieren. „Unser gemeinsames Ziel ist es, in den kommenden Wochen ein verlässlicher Ansprechpartner für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger zu sein, um aktiv unsere Gesellschaft zu stützen“, sagt JU-Kreisvorsitzender Kevin Kunkel.

Menschen, die ein Einkaufs- oder Besorgungsgesuche haben, können sich an die Mailadresse geschaeftsfuehrer@judarmstadt.de oder telefonisch an die CDU Kreisgeschäftsstelle unter 0 61 51 / 17 12 11 wenden.

Corona in Weiterstadt: Ehrenamtsagentur koordiniert Hilfen

In Weiterstadt koordiniert die Ehrenamtsagentur ab sofort die Hilfen. Wer Hilfe im Alltag benötigt oder selbst helfen möchte, kann sich melden. Mitgeteilt werden sollte, bei welchen Dingen im Alltag Hilfe angeboten werden kann. Das Team der Ehrenamtsagentur ist telefonisch unter der Nummer 01 60 / 93 11 39 24 oder per Mail an info@ehrenamt-weiterstadt.de erreichbar.

Einen Überblick über Hilfsdienste bietet auch die private Internet-Seite corona-hilfe-darmstadt.de. Zudem haben sich Gruppen per Whatsapp und Facebook zusammengefunden.  

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