Darmstadt

Forscher untersuchen Verlauf der Stadtmauer in Darmstadt

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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Die Stadt Darmstadt lässt den möglichen früheren Verlauf der Stadtmauer untersuchen.

Laut einer Mitteilung der Verwaltung wurden dafür am Mittwoch Georadaruntersuchungen durchgeführt. Auftraggeber sind die städtische Denkmalschutzbehörde und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Abteilung Hessenarchäologie). Laut der Mitteilung wird der Bereich nördlich des Weißen Turmes und an der Schlossgrabenmauer untersucht. Ziel der Aktion sei es, Informationen über mögliche noch im Boden vorhandene Mauerreste sowie deren einstigem Verlauf zu erhalte, sagt Stadträtin Barbara Boczek (Grüne). Die dabei gewonnen Erkenntnisse könnten bei der beabsichtigten Neugestaltung des Ernst-Ludwigs-Platzes berücksichtigt werden. Denkbar sind laut Boczek zum Beispiel Bodenmarkierungen, die den Verlauf der Stadtmauer sichtbar machen.

Die Darmstädter Altstadt, die im Krieg weitgehend zerstört wurde, befand sich südöstlich des Schlosses auf einem etwa 13 Hektar großen Areal, das mit einer doppelten Stadtmauer umgeben und befestigt war. Der Bau der etwa 1300 Meter langen Stadtmauer habe vermutlich 1330 begonnen, nachdem Kaiser Ludwig der Bayer Darmstadt Stadtrechte verliehen hatte und damit auch das Recht, sich mit einer Mauer zu schützen. Heute sind nur noch wenige Teilstücke der Mauer erhalten, zum Beispiel am Darmstadtium, entlang der Erich-Ollenhauer-Promenade und an der Kaplaneigasse. Bis 1886 gab es im Bereich des Weißen Turms wohl noch letzte bauliche Reste der mittelalterlichen Stadtmauer. Heute ist deren genauer Verlauf mit dem Auge nicht mehr erkennbar.

Mit dem Georadar werden Radarwellen über eine Sonde in den Boden gesandt. Treffen diese beispielsweise auf einen Mauerrest, werden sie reflektiert und ihr „Echo“ kann erfasst werden. Die Zeitspanne zwischen Aussenden und Empfangen des Radarsignals gibt Aufschluss über Tiefe und Ausdehnung von Mauerwerksresten oder anderen Strukturen im Erdreich.  

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