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Das Befüllen des Außenbehälters aus der Luft muss genau geübt werden.

Darmstadt

Einsatz in luftiger Höhe in Darmstadt

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Feuerwehr und Polizeiflieger üben in Darmstadtmit Spezialausrüstung die Waldbrandbekämpfung.

Der neue Containerwagen der Darmstädter Feuerwehr schaut eher unscheinbar aus, doch was im Inneren gelagert wird, soll künftig bei Waldbränden in der Region zum Einsatz kommen: Am Samstag haben Darmstädter Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren und die Polizeifliegerstaffel Egelsbach gemeinsam die Feuerbekämpfung aus der Luft geprobt.

Offiziell werde das neue Material zur Brandbekämpfung erst am 3. August vom Innenminister an die Feuerwehr übergeben, sagt Branddirektor Johann Braxenthaler, doch da die Waldbrandgefahr groß sei, werde schon zuvor geübt. Und bauen gegen 9 Uhr am Samstag auf dem Gelände der Firma Kao in Eberstadt die Feuerwehrleute einen 35 000 Liter fassenden orangenen Löschwasserbehälter auf. Das nötige Wasser wird mittels Pumpen der nahen Modau entnommen. „Im Container ist außerdem die notwendige Ausrüstung, um den Behälter auch bei Nacht aufbauen und befüllen zu können“, sagt Stephan Gläsner von der Feuerwehr.

Nur wenige Minuten braucht es, dann ist der Behälter gefüllt und die Einsatzkräfte warten auf den Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel. 9.46 Uhr ist es soweit, der Ibis-Hubschrauber landet auf dem Gelände. Die Polizisten bringen einen kleineren, faltbaren Behälter mit Seilen an der Unterseite des Helikopters an und dann beginnt der zweite, kniffelige Teil der Übung: An der offenen Tür des Hubschraubers sitzend, gibt der sogenannte Operator dem Piloten Anweisung, wie der Behälter aus der Luft in das Becken herabgelassen und gefüllt wird. „In diesen Außenbehälter passen 780 Liter hinein, aber zur neuen Ausstattung gehören auch zwei neue Außenbehälter für je 1960 Liter Wasser“, sagt Braxenthaler.

Wie kompliziert es ist, den behälter zu füllen und zielgenau das Wasser dann abzuwerfen, zeigt sich rasch: Der erste Füllversuch gelingt problemlos, doch beim zweiten und dritten sind mehrere Anläufe nötig. „Das muss alles der Operator abschätzen, mit Kameras kann da nicht gearbeitet werden“, sagt Patrick Wagner von der Feuerwehr.

Abgelassen wird das Wasser über stark feuergefährdeten Waldgebieten in Darmstadt. „Trotz des Regens vom Freitag ist die Waldbrandgefahr noch immer hoch“, sagt Matthias Kalinka vom Forstamt Darmstadt, alle Waldbesucher sollten größte Umsicht zeigen. 14 500 Hektar Wald werden vom Forstamt betreut. Ein Einsatz aus der Luft sei eine wichtige Unterstützung bei der Waldbrandbekämpfung, besonders für Orte, die man zu Fuß nur schwer erreichen könne. Beim Brand in Münster vor einigen Tagen hätte aber das Feuer der Explosionsgefahr wegen nicht aus der Luft bekämpft werden können, betont Wagner.

An vier Standorten in Hessen, neben Darmstadt noch in Wolfhagen, Lauterbach und Wetzlar, wird die neue Spezialausrüstung künftig verfügbar sein. Von Darmstadt aus soll dann mit dieser die ganze Region im Falle eines Waldbrandes versorgt und angeflogen werden. „Das ist eine notwendige Ergänzung für unsere bisherigen möglichkeiten“, sagt Braxenthaler.

Von der Übung zeigten sich am Samstag alle Verantwortlichen zufrieden: Berufs- und Freiwillige Feuerwehren konnten den Aufbau und Betrieb des Löschwasserbeckens, die Polizeiflieger das diffizile Anfliegen und Befüllen proben.

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