Darmstadt

Dünger aus Klärschlamm in Darmstadt

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Das Umweltministerium fördert eine Machbarkeitsstudie, die prüfen soll, an welchem Standort nach welchem Verfahren Klärschlamm verbrannt werden könnte.

Der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) erhält vom Land 81 000 Euro, um damit in einer Machbarkeitsstudie zu prüfen, ob in Darmstadt eine Klärschlammverbrennungsanlage gebaut werden könnte. Die Studie soll auch klären, wie Klärschlamm künftig umweltschonender verwertet und der darin enthaltende Phosphor recycelt werden kann. Denn künftig darf der aus kommunalen Kläranlagen stammende Schlamm nicht mehr im bisherigen Umfang auf die Felder ausgebracht werden.

„Phosphor ist ein knapper Rohstoff, der für das Düngen in der Landwirtschaft von großer Bedeutung ist“, sagte Oliver Conz, Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium, bei der Übergabe des Finanzierungsbescheids. Klärschlamm enthalte aber auch umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe, die ins Grundwasser gelangen könnten. „Kommunen, die sich um die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm bemühen, schonen also unsere natürlichen Ressourcen und gehen damit einen zukunftsweisenden Weg“, sagte Conz.

Die Machbarkeitsstudie des ZAS ist laut Conz richtungsweisend. Bereits jetzt verbrenne der Zweckverband in seinem Müllheizkraftwerk in Darmstadt Restmüll aus dem Odenwaldkreis, dem Kreis Darmstadt-Dieburg, der Stadt Darmstadt und weiterer kommunaler Partner wie der Kreise Groß-Gerau und Bergstraße.

An zwei potentiellen Standorten sollen insgesamt drei Verfahren getestet werden, die Wirbelschichtfeuerung, ein Drehrohrofen und die hydrothermale Carbonisierung. Aus der Klärschlammasche soll dann der darin enthaltene Phosphor wiedergewonnen werden.

Die Studie soll dann die Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen in den beiden Darmstädter Kläranlagen und weiteren Anlagen im Kreis Darmstadt-Dieburg und bei weiteren kommunalen Partnern bilden. Mitte des Jahres sollen die Ergebnisse vorgelegt werden.

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