In Darmstadt könnte bald flächendeckend Tempo 30 gelten.
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In Darmstadt könnte bald flächendeckend Tempo 30 gelten.

Verkehr in Darmstadt

Dissens über Tempo 30 in ganz Darmstadt

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Während die Grünen die Bewerbung der Stadt unterstützen, Tempo-30-Modellkommune zu werden, lehnt der Koalitionspartner CDU diese flächendeckende Regelgeschwindigkeit ab.

In der Verkehrspolitik zeichnet sich ein Zwist zwischen den Darmstädter Grünen und ihrem Koalitionspartner CDU ab. Während die Grünen eine Bewerbung der Stadt, Modellkommune für eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 zu werden, unterstützen, wird dies von der CDU abgelehnt.

Die Grünen und ihr Verkehrsdezernent, Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), weisen darauf hin, dass eine flächendeckende Beschränkung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 die Sicherheit von Fußgängern und Radlern erhöhe. Zudem würden dadurch Lärm- und Abgasemissionen durch die niedrigere Geschwindigkeit verringert. Als Vorbild führt OB Partsch die Tempo 30-Regelung auf der Heinrichstraße an.

Tempo 30 als flächendeckende Regelgeschwindigkeit in der gesamten Stadt halte die CDU „für nicht erforderlich und sinnvoll, um notwendige Verbesserungen im Straßenverkehr zu erreichen“, äußerte nun hingegen der CDU-Kreisvorsitzende Paul Wandrey in einer Mitteilung.

Die CDU setze sich „für eine unideologische und pragmatische Verbesserung der Verkehrssituation“ ein. Tempo 30-Zonen sollten, wie dies bereits an einigen Stellen geschehen sei, „mit Augenmaß“ ausgewiesen werden. Tempo 30 sei „kein Allheilmittel“ und Tempo 50 habe gerade auf Hauptverkehrsstraßen Sinn, um Verkehr „gebündelt zu führen und unzumutbare Belastungen in Wohnstraßen zu vermeiden“, sagt der verkehrspolitische Sprecher Ctirad Kotoucek.

Die CDU befürworte Reduzierungen auf Tempo 30 oder 40, wenn es dem Verkehrsfluss, der Verkehrssicherheit und dem Lärmschutz diene. Die Partei verfolge in der Verkehrspolitik „einen pragmatischen Ansatz, bei dem die individuelle Freiheit jedes Einzelnen ermöglicht werde, die Entscheidung für sein bedarfsgerechtes Verkehrsmittel selbst zu treffen“, teilten die beiden CDU-Stadtverordneten mit.

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