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Mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Im Z 14 leben 50 Männer in Doppelzimmern.

Darmstadt

Darmstadts Ankerplatz für Obdachlose

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Das Z 14, das Wohn- und Übernachtungsheim für wohnungslose Männer am Hauptbahnhof in Darmstadt, besteht seit 50 Jahren.

Gäste einer Feier zum 50-jährigen Bestehen des Wohn- und Übernachtungsheims für obdachlose Männer am Zweifalltorweg sind am Mittwochmittag musikalisch empfangen worden. Ein Mann spielte am Eingang des „Z 14“ auf seinem Akkordeon, dass man schon fast den Eindruck hatte, in Frankreich zu sein.

Das Haus an der Westseite des Hauptbahnhofs wurde 1969 vom Diakonischen Werk eröffnet. Es bietet nach Auskunft der zuständigen Bereichsleiterin Nicole Frölich 25 Notübernachtungsplätze für volljährige wohnungslose Männer in Doppelzimmern an. In dem Heim gibt es zudem 25 weitere Überbrückungsplätze, davon fünf für drogenabhängige Wohnungslose. Fünf Plätze wurden für ältere Männer aus Darmstadt mit einem langfristigen Hilfebedarf eingerichtet. Zudem stehen weitere 40 Plätze in einem Wohnheim zur Verfügung. Die Aufnahme erfolgt an allen Tagen rund um die Uhr.

Aufgrund der intensiven Nutzung war eine Generalsanierung des 1969 errichteten Gebäudes überfällig gewesen. Daher investitierte die Evangelische Kirche in den vergangenen Jahren mehr als fünf Millionen Euro in die grundlegende Sanierung des Hauses.

Thomas Miksche, der seit Mitte Juni im Z 14 wohnt und als früherer Fahrer von Speditionen viel in Europa herumgekommen ist, sagte, das Heim sei „fast schon ein Familienbetrieb“. Der 59-Jährige hat inzwischen eine Arbeitsstelle gefunden und sucht derzeit eine Wohnung. Eine Arbeit und eine Wohnung hat inzwischen Jörn Rabe gefunden, der von Frühjahr 2018 mehr als ein Jahr lang in dem Heim gewohnt hatte. Er äußerte während der Jubiläumsfeier, es sei für ihn wichtig gewesen, „wieder einen Ankerplatz zu finden“. Für die „Hilfe zur Selbsthilfe“ sei er den Mitarbeitern der Diakonie sehr dankbar. „Von ganz allein hätte ich es nicht geschafft, meinen Weg wieder zu finden“, sagte der 56-Jährige.

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