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Ilona Zettl und Fabian Kraus nehmen Ideen der Bewohner in den Vierteln auf.

Darmstadt

Darmstadt: Wünsche der Bürger sind gefragt

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Sozialer Brennpunkt: Mitarbeiter der Stadtteilwerkstatt fragen Menschen in Pallaswiesen- und Mornewegviertel in Darmstadt nach Mängeln im Quartier.

Mehr Grün und weniger dunkle Ecken im Hinterhof, wo sich nachts ungebetene Gäste vom benachbarten Straßenstrich aufhalten. Das sind zwei zentrale Wünsche der Bewohner der Feldbergstraße 36, berichten Ilona Zettl vom Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg und Fabian Kraus vom Caritasverband Darmstadt. Sie haben seit kurzem die neue Leitung der Stadtteilwerkstatt Pallaswiesen- und Mornewegviertel im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ inne und wurden am Montag von Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) vorgestellt. Träger des Projekts sind die beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas.

Zettl und Kraus haben in den vergangenen Wochen schon einige „Klinken geputzt“, wie sie sagen. Und dies werden sie in den kommenden Monaten weiter tun. Sie wollen, dass die Bewohner im Quartier aktiv werden, ihre Interessen und Bedürfnisse einbringen und an der Gestaltung teilhaben,

Etwa 2900 Menschen leben in den beiden Gebieten, die laut städtischem Sozialatlas einen hohen Sozialindex haben, also zum Beispiel häufiger Sozialleistungen erhalten. Das 60 Hektar große Gebiet erstreckt sich zwischen Bahnlinie und Johannesviertel, Carl-Schenck-Ring und Rheinstraße. Anders als die bereits im Rahmen des Bund-Land-Förderprogramms entwickelten Gebiete Kranichstein und Eberstadt-Süd mit ihren Wohnhochhäusern, sind Pallaswiesen- und Mornewegviertel durch Industrie- und Gewerbeansiedlungen und durch die Kleinteiligkeit der Wohneinheiten geprägt. Als problematisch gelten laut Zettl und Kraus die Versorgung mit Supermärkten, fehlende Angebote für Kinder, Jugendliche oder Senioren, mangelnde Spielplätze und sichere Wege über die teils stark befahrenen Straßen.

Laut Akdeniz stehen 14 Millionen Euro für den Förderzeitraum von zehn Jahren zur Verfügung, die jeweils zu einem Drittel von Stadt, Land und Bund gezahlt werde. Erste Projekte seien der Ausbau der Kindertagesstätte Friedrich-Fröbel-Haus und die Gestaltung einer Grünanlage mit Spielplatz in der Straße Im tiefen See. Auch der Innenhof des Wohnkomplexes in der Feldbergstraße in Besitz des städtischen Bauvereins soll verschönert werden. Im Frühjahr soll ein Bürgerdialog zur Gründung von Arbeitsgruppen stattfinden.

Die Stadtteilwerkstatt bietet an zwei Standorten offene Sprechzeiten an: dienstags 17 bis 19 Uhr in der Feldbergstraße 36 und donnerstags 10 bis 13 Uhr im Gemeinschaftshaus Pallaswiesenviertel, Kirschenallee 180. Zu erreichen unter 0170/ 9676829 oder E-Mail an ilona.zettl@diakonie-darmstadt.de und 0151/14138226 oder E-Mail an f.kraus@caritas-darmstadt.de

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