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Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude am künftigen Quartiersplatz bleiben erhalten. 

Darmstadt

Darmstadt: Wohnungen für 3000 Menschen auf altem Kasernenareal

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In der früheren Cambrai-Fritsch-Kaserne in Darmstadt entsteht das neue Ludwigshöhviertel. Nach dem Abzug der Amerikaner 2008 haben jetzt die Abrissarbeiten begonnen.

Die Bagger rollen: Auf dem Gelände der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne ist mit dem Abriss der ersten Gebäude begonnen worden. Auf dem 34 Hektar großen Areal soll ein neues Wohnquartier – das Ludwigshöhviertel – mit rund 1400 Wohnungen für etwa 3000 Menschen entstehen.

Das Areal der Cambrai-Fritsch-Kaserne war 1938 von der Wehrmacht bebaut worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Komplex, der um die Jefferson-Siedlung erweitert wurde, der US Army. Die amerikanischen Streitkräfte verließen Darmstadt 2008. Eine Tochterfirma der städtischen Bauverein AG, die BVD New Living, die auch für die Entwicklung der Lincoln-Siedlung zuständig war, hat Anfang des Jahres im Auftrag der Stadt die Konversionsflächen östlich der Heidelberger Straße von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben. Die Bauverein-Tochter wird als klassischer Projektentwickler tätig und für den Abriss, die Erschließung des Geländes und die Entwicklung der Grundstücke verantwortlich sein.

Auf dem früheren Kasernengelände sollen vier unter Denkmalschutz stehende Gebäude am zentralen Quartiersplatz erhalten werden. Fast alle anderen Bauten werden hingegen in den nächsten Monaten abgerissen. Vorgesehen ist, die technische Infrastruktur – wie die Versorgung mit Wärme, Strom, Wasser und die Ableitung von Abwasser – ebenso wie die Straßen komplett zu erneuern.

Bei den Gebäuden, die nun abgerissen werden, handelt es sich um ungefähr 350 000 Kubikmeter umbauten Raum und 125 000 Quadratmeter versiegelte Fläche. Außerdem sollen fünfeinhalb Kilometer Zaunanlagen sowie 45 Tank- und Abscheideanlagen fachgerecht entfernt und etwa 5000 Kubikmeter Boden saniert werden.

Laut Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) ist das künftige Ludwigshöhviertel „von großer Bedeutung, um den Menschen weiteren dringend benötigten und bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können“. Den größten Teil der Wohnbebauung werden Mietwohnungen ausmachen. Aber auch Eigentumswohnungen sind geplant. 25 Prozent der neuen Wohnungen sollen gefördert und 20 Prozent für Empfänger mittlerer Einkommen reserviert werden. Bis zu zehn Prozent der Wohnungen werden für Sonderwohnformen und Wohnprojekte bereitgestellt. Zudem sollen in dem neuen Stadtquartier auch eine Grundschule und mehrere Kitas gebaut werden. Das Viertel soll auch an das bestehende Straßenbahnnetz angebunden werden.

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