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Bürgerprotest: Der Baum an der Frankfurter Landstraße soll dem Discounter weichen. 

Darmstadt

Darmstadt: Weiter Proteste gegen zweiten Aldi-Markt in Arheilgen

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Während ein Bürgerverein das geplante Wohn- und Geschäftshaus als „Monster-Neubau“ kritisiert, lobt der mit externen Experten besetzte Gestaltungbeirat der Stadt Darmstadt das Vorhaben.

Im Darmstädter Stadtteil Arheilgen gibt es nach wie vor Kritik am Vorhaben des Discounters Aldi, neben dem bereits vorhandenen Supermarkt am westlichen Ortsrand einen weiteren Markt im Ortskern zu errichten. An Bäumen, die auf und an dem Grundstück an der Frankfurter Landstraße stehen, auf dem Aldi in einem Jahr das neue Wohn- und Geschäftshaus bauen will, haben Bürger inzwischen blaue, rote, orangefarbene und grüne Protestbanner angebracht, auf denen die Botschaften „Mein Freund der Baum ist tot“, „Ich sterbe für Aldi“ oder „Hilfe! Greta Hilfe!“ stehen.

Das Bauvorhaben, mit dem sich in zwei Sitzungen auch der mit externen Fachleuten besetzte städtische Gestaltungsbeirat beschäftigt hat, wird vor allem von der Interessengemeinschaft Arheilger Bürger (Igab) abgelehnt, die es schon seit 1987 gibt. In einem Flugblatt, das kürzlich an die Arheilger Haushalte verteilt wurde, wettert die Projektgruppe Ortskern gegen den „Monster-Neubau in unserem Ortskern“. Auf einem Luftbild sind die beiden geplanten Neubauten so einskizziert worden, dass der Eindruck eines „überdimensionierten Discounter-Neubaus“ vermittelt wird. So wirkt das geplante Gebäude an der Frankfurter Landstraße viel größer, als dies geplant ist.

Der Gestaltungsbeirat der Stadt hat vor knapp einem Jahr den vom Büro „Plan B Architekten & Ingenieure“ aus Mainz-Kastel vorgelegten Entwurf hingegen als „wichtigen Beitrag“ bezeichnet, der aufzeige, wie ein Nahversorgungszentrum in einen historischen Ortskern integriert werden könne. Der Beirat lobte vor allem die „Idee eines fußläufigen Nahversorgungszentrums“ und die „intensive Auseinandersetzung mit dem Ort“. Gleichwohl konnte der erste Entwurf die Experten zunächst nicht überzeugen, so dass der Architekt Pitt Becker am 23. August dem Beirat modifizierte Pläne vorlegte.

Im Protokoll der Sitzung heißt es, der Gestaltungsbeirat freue sich darüber, dass das Architekturbüro die Anregungen des Gremiums aufgenommen und einen Vorschlag vorgelegt habe, „der sich besser in das Ortsbild einfügt“. Die vorgestellte Lösung stelle einen „wertvollen Beitrag zur Sicherung der fußläufig erreichbaren Nahversorgung in Arheilgen dar“.

Auf dem Grundstück zwischen der Frankfurter Landstraße und der Darmstädter Straße sollen auch 15 Wohnungen – davon acht geförderte – entstehen. Vorgesehen ist auch der Bau einer Tiefgarage mit 49 Stellplätzen.

Zu einer Info-Veranstaltungüber das Bauprojekt lädt die Igab-Projektgruppe Ortskern am Donnerstag, 16. Januar, um 19 Uhr in Raum 3 im Obergeschoss des Bürgerzentrums „Zum Goldnen Löwen“, Frankfurter Landstraße 153, ein.

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