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Nach einer Schießerei in Rüsselsheim ist das Urteil in Darmstadt gefallen.

Darmstadt

In Darmstadt fällt das Urteil nach Schießerei in Rüsselsheim

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Zwei Familien geraten in Streit. Es fallen Schüsse. Jetzt verurteilt das Landgericht Darmstadt einen 25-jährigen Rüsselsheimer zu mehr als sieben Jahren Haft.

Es war ein Großeinsatz für die Polizei: Vor einem Jahr eskalierte in der Rüsselsheimer Innenstadt ein Streit zwischen Angehörige zweier Großfamilien. Ein 25-jähriger Mann kurdischer Abstammung mit deutschem Pass zog eine Waffe und schoss. Verletzt wurde dabei ein 33-Jähriger mit türkischer Staatsbürgerschaft.

Jetzt hat das Landgericht Darmstadt Akit K. wegen versuchten Totschlags zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, wie das Gericht mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre wegen versuchten Mordes gefordert. Das Gericht habe jedoch „keinen Nachweis für das Mordmerkmal der Heimtücke gesehen“, sagte Staatsanwältin Eva Wörner der Frankfurter Rundschau.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und ein polizeiliches Fehlverhalten unterstellt. Der Grund: Die Mitglieder der angegriffenen Familie seien zunächst nicht als Beschuldigte vernommen worden, sondern nur als Zeugen, wie Staatsanwältin Wörner schilderte.

Später habe sich herausgestellt, dass „vermutlich wechselseitig geschossen wurde“. Dies hätten die Ermittler zu Beginn nicht wissen können, weswegen ihrer Meinung nach kein Fehlverhalten vorgelegen habe. Es habe gegen weitere Beteiligte Verfahren mit verschiedenen Verdachtsgraden gegeben, sagte Wörner. Allerdings hätten nicht genügend Beweise vorgelegen, um Anklage zu erheben.

Der jetzt verurteilte K. lebte in Rüsselsheim. In der Nacht des 27. April 2019 betrat er gegen 4 Uhr das Café „Sila“, geriet dort mit dem 33-Jährigen in Streit und schoss daraufhin mehrfach auf ihn. Der Angegriffene floh mit seinem Bruder. Als die Polizei eintraf, waren rund 20 Personen vom Tatort geflüchtet, neun Personen im Alter zwischen 13 und 53 Jahren wurden festgenommen.

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