Am Rand des Friedensplatzes laden Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. 
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Am Rand des Friedensplatzes laden Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.  

Darmstadt

Darmstadt: Umstrittene Umgestaltung des Friedensplatzes fertig

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die Neugestaltung der Fläche im Zentrum der Darmstädter Innenstadt dauerte drei Jahre und die Kosten haben sich mehr als verdoppelt.

Drei Jahre nach dem Beginn der Bauarbeiten ist die umstrittene Umgestaltung des Friedensplatzes fertiggestellt worden. Arbeiter demontierten am Montagvormittag Absperrschranken, so dass Radfahrer und Fußgänger die neu gestaltete Freifläche neben dem Schloss und zwischen dem Landesmuseum und dem Weißen Turm nutzen konnten. Bereits im vorigen Jahr waren am westlichen Rand des Platzes Hainbuchen in Pflanztrögen gepflanzt und dort auch Sitzgelegenheit installiert worden,

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sagte, mit der Neugestaltung werde die „historische Platzfolge“, die den Darmstädter Stadtkern kennzeichne, „endlich wieder erlebbar“. Der Friedensplatz sei ein Glied in einer Kette von großen Freiräumen, die mit je eigenem Charakter vom Karolinenplatz über den Marktplatz und den Ernst-Ludwig-Platz bis hin zum Luisenplatz reiche. Einige Bürger äußerten hingegen, der Platz mit den großen Betontrögen für die Bäume und die Wildblumen wirke zu steril und der helle Plattenbelag verschmutze schnell.

Die Planungsgeschichte für die Umgestaltung des rund 120 Meter langen und fünfzig Meter breiten Platzes reicht bis in das Jahr 2002 zurück, als erste Gestaltungsentwürfe präsentiert wurden. 2013 passierte der jetzt realisierte Entwurf mit Änderungen den städtischen Gestaltungsbeirat. Schließlich wurde im Mai 2017 mit dem Abbruch des Platzes begonnen.

Baumängel entdeckt

Mit Ausnahme des Reiterdenkmals wurden alle Anlagen zwischen den Gebäuden auf der Westseite und der Schlossmauer auf der Ostseite erneuert. Zugleich ließ der Stadtkonzern Heag als Eigentümerin der Schlossgarage die Decke der Tiefgarage sanieren. Zudem ließ das kommunale Verkehrsunternehmen Heag mobilo die aus den 1960er stammenden Gleise für die Schlossumfahrt erneuern.

Die Umgestaltung verzögerte sich jedoch, weil bei den Bauarbeiten schwerwiegende Baumängel an der Entwässerung des Liefertunnels, der vom Cityring zum Kaufhof am Ernst-Ludwig-Platz führt, entdeckt wurden und erst behoben werden mussten.

Der Entwurf für die Neugestaltung des Platzes stammt vom Darmstädter Büro Werkstadt-Architekten. Die Neugestaltung des Platzes und der Bau des neuen Eingangsgebäudes zur Tiefgarage kostete 7,4 Millionen Euro. 2,1 Millionen Euro fielen für die Sanierung des Tunnels an. Die Heag investierte in die neue Tiefgaragendecke 1,7 Millionen Euro und Heag mobilo in die Gleisschleife rund 2,2 Millionen Euro. Vor drei Jahren hatte die Stadt noch mitgeteilt, in das Bauvorhaben würden insgesamt 5,7 Millionen Euro investiert.

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