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Das Rückhaltebecken Seewiese im Darmstädter Stadtteil Arheilgen wird vorerst nicht mit Bachwasser befüllt.

Darmstadt:

Darmstadt: Rückhaltebecken in Arheilgen trocknet bis Herbst aus

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Im Darmstädter Stadtteil Arheilgen wird der Schlamm eines künstlich angelegten Teichs auf natürliche Weise verringert.

Im Gleitflug kommt der Graureiher herbeigesegelt. Er fliegt einen kleinen Bogen und lässt sich am Ufer des Rückhaltebeckens Seewiese im Darmstädter Stadtteil Arheilgen auf einem kahlen Baum nieder. Doch dort, wo der Vogel in den vergangenen Jahren immer mal wieder einen Leckerbissen fischen konnte, herrscht derzeit Tristesse.

Denn der Wasserverband Schwarzbachgebiet-Ried hat das Wasser des Regenrückhaltebeckens abgelassen. Am Rand des Beckens hat der Verband eine Sperre aus Sandsäcken errichtet, so dass nur noch ein Rinnsal vom Mühlbach durch den Stausee fließt. Während ein paar hundert Meter weiter das Arheilger Mühlchen wieder vollgelaufen ist, nachdem der Naturbadesee von Helfern des Fördervereins teilweise entschlammt wurde, soll dies am Rückhaltebecken auf natürliche Weise geschehen.

Rückhaltebecken Darmstadt-Arheilgen: "Wintern" und "Sömmern"

Laut einer Mitteilung des Wasserverbands soll das Rückhaltebecken noch bis mindestens Herbst trocken liegen, wobei bei Hochwasser die Rückhaltefunktion weiterhin aufrechterhalten bleiben soll. Nach dem Erich-Kästner-See und dem Brentanosee im benachbarten Stadtteil Kranichstein soll nach Angaben des Wasserverbands nun auch das Rückhaltebecken Seewiese als drittes Hochwasserrückhaltebecken des Gewässersystems am Ruthsen- und Mühlenbach umgebaut und saniert werden.

Entschlammt wird das Becken nun in zwei Phasen: In den Wintermonaten sackt der trockene Seeschlamm zunächst zusammen. Durch den Entzug des Wassers entstehen Risse, über die Sauerstoff in den Seeschlamm eindringen kann. Die organischen Stoffe werden dabei zersetzt und die Nährstoffe mineralisiert. Das Aufkeimen der in dem Schlamm befindlichen Samen beim „Sömmern“ soll dann von Frühjahr an und in den darauffolgenden Monaten im Sommer und Herbst dazu führen, dass die Pflanzen die tief im Schlamm befindlichen Mineralstoffe nach oben heben.

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