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Auch in vielen Apotheken sind am Bedientresen transparente Plexiglasscheibe aufgestellt worden, um Angestellte und Kunden vor Infektionen zu schützen. 

Betrieb auf Hochtouren

Darmstadt: Plexiglas von Röhm wird enorm nachgefragt

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Die Produktion von Plexiglas im Werk der Firma Röhm in Weiterstadt läuft auf Hochtouren. Grund ist das Coronavirus.

  • In der Corona-Krise ist Plexiglas von Röhm in Darmstadt besonders gefragt
  • Röhm stellt schon seit 1933 Plexiglas her
  • Im Werk in Weiterstadt wird weitaus mehr produziert als sonst

Darmstadt - Die Nachfrage nach Kunststoffscheiben aus Acryl oder Polycarbonat hat in den vergangenen Wochen angesichts der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus stark zugenommen. In Läden, Supermärkten, Apotheken oder Banken werden die transparenten Trennwände installiert, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Kassen und Bedienungstresen vor Tröpfcheninfektionen zu schützen. Auch Taxibetriebe oder Busunternehmer lassen ihre Fahrzeuge inzwischen umrüsten.

Darmstadt: Röhm arbeitet im Vier-Schicht-Betrieb

Eine der Profiteure der Corona-Krise ist das Chemieunternehmen Röhm mit Sitz in Darmstadt. Die Firma produziert sehr widerstandsfähiges Acrylglas und vertreibt die transparenten Kunststoffscheiben unter dem Markennamen Plexiglas, der 1933 registriert wurde. Das Material ist heute einer der weltweit bekanntesten Kunstwerkstoffe. Geschäftsführer Michael Pack hatte schon Ende März dem Magazin „Wirtschaftswoche“ gesagt, dass die Nachfrage nach Plexiglas für Kassen und Schalter „sprunghaft angestiegen“ sei und „zehn bis zwölf Mal höher als sonst üblich“ liege.

Unternehmenssprecherin Yijing Shen sagte nun der FR, die Nachfrage nach Arcylglasplatten sei „um ein Vielfaches“ gestiegen. Seit März sei man mit Bestellungen und Aufträgen „förmlich überrannt“ worden. Das Produktionswerk im Weiterstädter Industriegebiet Riedbahn laufe derzeit im Vier-Schicht-Betrieb rund um die Uhr auf Hochtouren.

Darmstadt: Röhm wurde erst 2019 wieder selbstständig

Um der sehr hohen Nachfrage gerecht zu werden und den Auftragsbestand in den nächsten Wochen abarbeiten zu können, werden nach Auskunft der Unternehmenssprecherin die rund 150 Mitarbeiter in Weiterstadt ausschließlich in der Schutzplattenproduktion eingesetzt. Zudem seien die Produktionskapazitäten im Werk umgeschichtet worden, was derzeit angesichts der Corona-Krise gar nicht so einfach gewesen sei. Gleichzeitig habe man dafür gesorgt, dass die Mitarbeiter in der Produktion sich so wenig wie möglich begegneten, um die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände einzuhalten. So erfolge die Übergabe der Schichten teilweise telefonisch.

Der Einbau von transparenten Trennwänden aus Kunststoff in Taxis zeige, dass das Coronavirus „das Hygienebewusstsein der Menschen nachhaltig verändert“ habe, so Röhm-Sprecherin Shen. Erst im März 2019 hatte sich der Konzern Evonik von seiner Acrylglassparte getrennt und sie für rund 2,5 Milliarden Euro an die Beteiligungsgesellschaft Advent International verkauft.

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