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Bastian Ripper vom Trägerverein freut sich auf die Eröffnung, die verschoben worden ist.  

Darmstadt

Darmstadt: Ein Umsonstladen für die Postsiedlung

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Der Verein „Zusammen in der Postsiedlung“ in Darmstadt will in einer ehemaligen Bäckerei an der Bessunger Straße einen Ort für Gespräche und Begegnungen etablieren.

Wo 87 Jahre lang eine Bäckerei war wird es bald einen Umsonstladen geben. Betreiber ist der Verein „Zusammen in der Postsiedlung“. Alles ist soweit fertig, erste Sachspenden gesammelt, doch die Eröffnung, die für den 28. März geplant war, muss wegen der Corona-Epidemie verschoben werden. Und auch Sachspenden können vorerst nicht mehr abgegeben werden.

Seit die Bäckerei Treusch 2017 schloss, stand der Laden in der Bessunger Straße leer. Einer „sehr solidarischen Vermieterin“ sei es zu verdanken, dass der Verein dort mit seinem neuen Angebot einziehen konnte, sagt dessen Sprecher Bastian Ripper.

Seit Oktober haben die Ehrenamtlichen des Vereins den Laden auf Vordermann gebracht. Sie rissen Elektroleitungen heraus und verlegten neue, brachen Decken ab und schwangen Besen und Putzlappen bei einer Grundreinigung. Einer von ihnen sei ganze zwei Wochen damit beschäftigt gewesen, eine Großbackanlage abzubauen, betont Ripper. Und das alles seit vergangenem Oktober. Ripper: „Wir haben richtig Gas gegeben.“

Der Verein

Der Verein  wurde 2015 gegründet und hat derzeit 57 Mitglieder. Er organisiert im Quartierladen  in der Binger Straße 8b einen Mittagstisch für Senioren, ein Quartiercafé und einen veganen Mitbring-Brunch. 


Der Umsonstladen  ist in der Bessunger Straße 132.

 
Ein weiteres Projekt  ist ein Biotop, das in der Oppenheimer Straße 7 entsteht. Es ist als Rückzugs- und Naturerlebnisort gedacht.

Kontakt:  Zusammen in der Postsiedlung, Telefon 0 61 51 / 8 05 59 21, E-Mail: kontakt@postsiedlung.de www.postsiedlung.de. pz

Fest steht, dass es den Laden ohne die Unterstützung der Einwohnerinnen und Einwohner im Quartier nicht geben würde. Etwa 5000 Flyer hatte der Verein verteilt und um Geldspenden gebeten. Und die kamen ebenso wie eine finanzielle Unterstützung der Stadt. Das Geld reicht, um die Kosten für die Renovierung zu decken und die Miete bis zum Ende des Jahres zu zahlen.

Mit diesem einen neuen Projekt gibt sich der Verein jedoch nicht zufrieden. Schon reift die Idee, wie es weitergehen könnte. „Wir haben ja noch einen ersten Stock über dem Laden, das ehemalige Mehllager“, sagt Ripper. Dort könnte gut ein Repair-Café einziehen.

Doch nicht nur das. Dazu passen könnte wohl eine Modelleisenbahn, die besonders ältere Männer ansprechen könnte, meint der Vereinssprecher. Die seien bekanntermaßen zurückhaltender als Frauen, sich sozialen Projekten anzuschließen. Um sie trotzdem mit ins Boot zu holen, haben die Macherinnen und Macher vom Verein die Eisenbahn im Sinn. Dort könnten die Senioren basteln und könnten sich gleichzeitig nach eigenem Gutdünken in Gespräche einklinken.

Denn der Umsonstladen ist bei allen Angeboten, die es künftig dort geben wird, „Mittel zum Zweck, um mal wieder ins Gespräch zu kommen“, so Ripper.

Und wenn endlich geöffnet werden kann und das Wetter entsprechend ist, können die Kunden vor dem Laden an Stehtischen auch einen kostenlosen Kaffee trinken.

Natürlich zusammen.

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